Mittwoch - Auf Schneckentempo "beschleunigen"
Wer lässt sich schon gerne freiwillig zur Schnecke machen? Unser schwarzer Kater und der Kater der Nachbarin rollen sich gerne bei kaltem Wetter wie Schnecken nah beieinander zusammen und wenn ich am Körbchen vorübergehe, bekomme ich Lust, auch langsam zu werden wie eine Schnecke und michwie die Katzen zu einem erholsamen Nickerchen zusammen zu rollen. Meine Nachbarin sagt: "Wenn die Katze auf dem Gehörne(Gehirne) schläft, dann gibt's Regen oder Schnee." Dann kommt also von oben was runter... Das ist doch eigentlich ein schönes Bild: Wenn ich Mal langsam wie eine Schnecke werde und mein Gehirn als Kissen für gute Gedanken und neue Träume nutze, dann kommt von oben was runter! Reinigender Regen oder alles verzaubernder Schnee. Erquickung auf Durststrecken und weich gedämpfter oder auch knirschender Gang, der aber Spuren hinterlässt. Erfrischende Ideen, wärmende Gedanken und geistreiche Träume aus himmlischen Sphären!
Er-Innern
Ich war schon mal so schön eingerollt. Aber dieses Gefühl gibt es tief in mir noch. Im Bauch meiner Mutter, da war es warm. Ich war ganz unbekümmert. Da hat alles gestimmt.
Jetzt bin ich draußen, aber es geht immer noch, dass ich mich in diese wohlige Haltung begeben kann. Ich rolle mich ganz unbekümmert wieder so ein. Ich vertraue darauf, dass ich jetzt behütet bin genauso wie damals. Ich werde getragen. Ich kann alles loslassen. Gott kümmert sich, wie damals meine Mutter.
Nachlesen
Lies den Psalm 91,1-16 !
Runterfahren
Such dir ein warmes schönes Plätzchen, wo gerade alles für dich stimmt und roll dich ein. Du bist der einzige, der sich selbst zur Schnecke machen darf: einfach Gang für Gang runterschalten, Geschwindigkeit verlieren und gemächlich Langsamkeit gewinnen.
1. Gang runter:
Du findest deinen schönen Platz.
Und sagst: Ich habe meinen Platz gefunden.
2. Gang runter:
Du kuschelst dich in dein „Körbchen“.
Und sagst: Ich bin sicher hier.
3. Gang runter:
Du schließt deine Augen.
Und sagst: Ich ruhe jetzt.
4. Gang runter:
Du lauschst und spürst deinen Atem.
Und sagst nichts mehr ...
5. Gang nach innen:
Du wanderst durch jeden Teil deines Körpers und nimmst dich wahr.
6. Gang nach innen:
Du liegst und bist einfach da.
7. Gang nach innen:
Du darfst das genießen.
Reden
Du, Gott, hast Zeit. Alle Zeit der Welt.
Du hast für mich Zeit. Zeit meines Lebens. Jetzt und einst bei dir!
Du rennst mit mir. Du schleichst mit mir. Du bist an meiner Seite.
Ich spüre deinen beruhigenden langsamen Atem,
wenn auch ich an meinem Platz durchatme
und deinen schnellen Atem, wenn du hinter mir her rennst, wenn ich mich gehörig verrannt habe.
Du hörst meinen Herzschlag.
Du achtest auf meinen Weg, auch wenn ich ihm keine Beachtung schenke.
Du konstruierst eine Kreuzung für mich, damit ich Wegweiser und Wegweisende wahrnehmen kann
und neue Wege einschlagen.
Ich spüre deinem Atem nach – in mir, neben mir und über mir.
Ich atme deinen Geist, ein und aus. Ein und Aus. Ein und aus. Ich lebe! Mit dir!
Tasten
Such dir ein verlassenes Schneckenhaus und stecke es dir in die Hosentasche oder Handtasche. Wenn du mit deiner Hand in die Tasche fährst, um etwas zu suchen, findest du vielleicht scheinbar zufällig, was du gerade brauchst, weil dein Finger ganz unverhofft das Schneckenhaus berührt und es kommt dir neu ins Bewusstsein: Ich darf so sein, wie ich heute bin! Nur ich selbst mache mich zur Schnecke! Ich darf mich einrollen in mein gemütliches Schneckenhaus. Es ist Zeit für ein paar Gänge runterzuschalten ins Schneckentempo.
Weitergeben
Sammle drei Schneckenhäuser und gib sie zusammen mit deinen Erfahrungen mit dem selbst verantworteten Runterschalten in der nächsten Zeit an drei Menschen in deinem Umfeld weiter.
