Loslassen
1.12.2021, morgens
Gott: Mein Babyphone hat mir gerade gemeldet, dass du tatsächlich die Tür des 1. Dezember geöffnet hast. He, ich freue mich, dass du Ernst gemacht hast!
Mensch: Hab ich jetzt richtig gehört? Dein Babyphone?
Gott: Ja klar! Ich hab in meinem Himmelreich für jedes meiner Kinder ein Babyphone-Paar laufen. Dann bekomme ich das Wichtigste mit, wie es meinem Kind geht.
Mensch: Dann möchte ich ja nicht wissen, wie voll dein Schreibtisch durch vielen Empfangsgeräte bei dir ist.
Gott: Mit Schreiben hab ich es eh nicht so und im Himmel kennen wir keinen Platzmangel! Hab die Dinger in Massen angeschafft, müssen jetzt auch eine Weile laufen. Ich will ja keine Ressourcen verschwenden. Erwarte das ja auch von euch Menschen. Da halte ich mich dann auch dran.
Mensch: Na wenn im Himmel kein Platzmangel ist, kann ich ja ich guter Hoffnung sein, dass auch für mich irgendwann da ein Platz sein wird.
Gott: Ich antworte mal etwas philosophisch: Du bist seit deiner Geburt auf einem guten Weg IM Himmel!
Hast du das Bild gesehen?
Mensch: Ja. Das hat was! Wie die Katze da so liegt...
Gott: Und was? Wie würdest du das Bild nennen, wenn du ihm einen Titel geben solltest? Lass es einfach mal auf dich wirken. Gib deinen Augen eine Chance, dass sie das Bild ein Stück tiefer in dich hineintragen können. Schau es einfach so lange an bis so ein Wort in dir auftaucht, was du zu diesem Bild sagen möchtest...Nimm dir Zeit...Du hast jetzt Zeit...Sieh einfach nur das Bild und lass den Wort in dir aufsteigen, was dazu passt...Nimm die Stimmung des Bildes in dich auf und entdecke das Wort dazu...
Wenn du es hast, dann schreib es dir auf einen Zettel und lege es neben das Bild.. Nimm dir noch einmal Zeit und koste das Wort so richtig aus...
Gott: Hast du ein Wort gefunden?
Mensch: Ja! LOSLASSEN
Gott: LOSLASSEN...Wie fühlt sich das an, wenn du das Bild siehst? Was spürst du genau?
Mensch: Eine Sehnsucht, dass ich das auch so könnte wie die Katze da. So rund herum alles vergessen und einfach so daliegen und an nichts weiter denken, nichts planen, nichts müssen, jeden Muskel entspannen und eben einfach nur da sein.
Gott: Da höre ich aber eine große Sehnsucht bei dir heraus... Du kannst dich bei der Katze aus Marrakesch bedanken. Sie hat dir heute eine Tür geöffnet. Du brauchst das auch - genauso wie die Katze!
Mensch: Eigentlich dringend und eigentlich regelmäßig.
Gott: Weg mit dem EIGENTLICH! Such dir doch heute am 1. Dezember in diesen Advent mal einen schönen Platz in deiner Wohnung und leg dich so wie die Katze hin! Entspann dich! Denk an nichts! Sage zu dir selbst: Ich darf hier einfach liegen und nichts tun, weil ich da sein darf. Es reicht vollkommen aus, dass ich „nur“ da bin. Ich muss nichts abliefern, nichts leisten. Ich darf einfach SEIN. Hier an diesem Platz... Das ist mein Platz... Das ist meine Zeit… Das bin ich! Genau so darf ich sein!
1.12.2021, abends
Gott: Und wie war es?
Mensch: Bin auf dem Küchensofa gelandet. Ich habe es genossen! Das Bild hat mir geholfen, wirklich mal loslassen können und meine Katze hat sich prompt an meine Füße gekuschelt, hat wohl angesteckt, dass ich mal so einfach rumgelegen hab. Da könnte ich mich echt dran gewöhnen...! War danach ein ganz anderes Weitermachen, irgendwie leichter ging es durch den Tag.
Gott: Eine schöne Erfahrung. Gewöhn dich ruhig dran! Ans Loslassen! Wenn du es regelmäßig machst, klappt es vielleicht sogar bald mit dem Schnurren :-)
Mensch: Miau!

Himmel überall
2. Dezember 2021, morgens
Gott: Guten Morgen, du hast es ja wieder geschafft, das Türchen zu öffnen!
Mensch: Ja, ich hab einen Moment gebraucht bis ich auf dem Bild erkannt habe, dass es so eine Baumwipfel-Perspektive im Wald ist. Hast du da auf dem Waldboden gelegen, als du das Bild gemacht hast?
Gott: Es ist Dezember, da ist es mir dafür zu kalt. Die hohen Bäume haben einfach meinen Blick nach oben gerissen. Und es kam mir die Idee, mit diesem Bild eine Einladung an dich zu verbinden.
Mensch: Und die wäre?
Gott: Vielleicht brauchst du für dieses Türchen heute mal etwas mehr als 10 min. Denkst du kannst es so schieben, dass du es schaffst, spontan mal in den Wald zu gehen?
Mensch: Wo ein Wille ist ist auch ein Weg.
Gott: Wald gibt’s ja an jeder Ecke, da wo du wohnst! Heißt ja nicht umsonst „Holzland“. Vielleicht hast du ja sogar eine Stelle im Wald vor Augen, die du besonders magst oder du gehst bewusst in ein Waldstück, wo du noch nie gewesen bist.
Mensch: Ich versuch es.
2. Dezember 2021, mittags
Mensch: Ich hab mir die Mittagspause etwas verlängert. Bin jetzt hier in einem Waldstück zwischen Trockenborn und Hummelshain.
Gott: Sehr gut! Du hattest Recht: Wo ein Wille ist....
Mensch: Ja, hätte ich mir nicht träumen lassen, das ich heute mittag im tiefsten Wald stehe. Hier sind herrliche Kiefern, Fichten, sogar Eichen. Es riecht so gut nach Wald: Moos, nassem Laub, Fichtennadeln, der Buntspecht klopft fröhlich vor sich hin.
Gott: Dann such dir doch mal einen Platz, wo es dir gefällt, zwischen ein paar Bäumen, die dich besonders beeindrucken oder such dir einen Lieblingsbaum. Wenn du den gefunden hast, dann leg einfach mal den Kopf in den Nacken und nimm die Perspektive ein, wie auf dem Foto heute im Adventskalender. Du kannst auch die Handflächen an den Stamm des Baumes legen. Spür einfach mal mit allen Sinnen, was du erfährst. Ich lasse dir jetzt erst mal Zeit und sage erst mal nichts mehr, damit du nicht abgelenkt wirst und viel wahrnehmen kannst....Dann erzähle ich dir was und du hörst einfach mal nur zu!
Gott: Gestern hast du gesagt, dass du hoffst, dass du einen Platz im Himmel haben wirst. Ich habe ein bisschen flapsig geantwortet, dass bei mir im Himmel kein Platzmangel ist. Das ist mir noch nachgegangen. Ich will mal versuchen ein landläufiges Missverständnis aufzuklären. Damit es irgendwie lebendiger erlebbar wird, habe ich dich mit dem Bild raus in dem Wald gelockt. Mein Himmelreich ist nämlich gar nicht so eine Sache, die nach dem Tod kommt und keine Belohnung für gutes braves Leben nach den zehn Geboten auf der Erde. Er ist auch nicht schwerpunktmäßig oben zu finden. Der Himmel ist an den Wurzeln der Bäume, über die ganze Stammlänge, die Baumwipfel hinweg bis in zig km Höhe da. Überall da wo Luft zum Atmen ist! Der Himmel ist also genauso auf der Erde und da ich zum Himmel gehöre, bin ich nie weit weg, sondern immer genau da, wo du gerade bist. Kurz gesagt: Du bist schon in meinem Himmelreich. Du musst nicht drauf hinarbeiten, dass du da mal hinkommst. Du stehst schon mittendrin, so wie die Bäume hier im Wald. Die stehen hier, die leben hier, die genießen meinen Himmel, fest in der Erde verwurzelt. Du als Mensch bist auch eine von meinen Himmelspflänzchen, so wie die Fichten, Kiefern, Eichen hier. Ich bin dabei, dir den Himmel täglich nahezubringen, während du auf der Erde stehst. Und du machst es mir manchmal echt nicht einfach in deiner leider chronisch auftretenden Kopflosigkeit. Mit der Größe deines Körpers ragst du von der Erde auf und du stehst mit deinen 1 Meter und noch was in den Himmel hinein. Ich sage es dir mal etwas zugespitzt: Der Himmel beginnt schon direkt an deinen Fußsohlen. Du bist im Himmel, in meinem Himmelreich! Es wundert mich doch immer wieder, dass Menschen immer dahin wollen und meinen sie hätten vielleicht schlecht Chancen, eine Eintrittkarte bei Petrus zu bekommen. Dabei hat der echt Besseres zu tun als Eintrittkarten zu kontrollieren. Gibt ja dann auch gar keine Himmelstür, wenn der Himmel überall ist. Wo sollte er sich hinstellen? Ich rufe immer den Menschen zu: "Hallo, Du bist schon drin!" DABEI werde ich von Petrus unterstützt.
Ich habe wirklich oft den Eindruck, die Bäume und die Tiere des Waldes haben es besser verstanden als mancher Mensch, dass sie schon im Himmel sind. Sie leben und leben und wachsen oder zwitschern und preschen drauf los. Sie sehen einfach zu, dass sie in den Himmel hineinwachsen oder hineinfliegen und ihn durchlaufen können. Sie machen es einfach und machen sich keine Gedanken, ob sie das auch verdient haben. Die nehmen es, wie es kommt. Sie SPÜREN den Himmel.
So hoffe ich, dass dieser Kontakt zu meinen anderen Pflänzchen und Tierchen in meiner Schöpfung dir regelmäßig helfen kann, das zu glauben. Schau hoch in die Baumwipfel, dann kannst auch du es spüren und sag es dir immer wieder zum Mitnehmen: „Ich bin im Himmel! Von meinen Fußsohlen bis zu meinem Kopf bin ich im Himmel. Immer!“
Wenn du das mal vergessen solltest, dann ab ins nächste Waldstück!
Jetzt hab ich mich ganz schön ausführlich in Rage geredet. Aber ich bin noch unter fünf Minuten! Du hast also noch mindestens fünf Minuten für dich. Sag mal nichts dazu. Genieße es: "Herzlich willkommen im Himmel!"

"Ich habe einen Plan!"
3. Dezember 2021, morgens
Gott: Einen himmlisch guten Morgen dir!
Mensch: Ich verstehe die Anspielung auf gestern. So habe ich das ehrlich gesagt mit dem Himmel noch nicht gesehen.
Gott: Und wie hast du geschlafen. Laut meinem Babyphone recht tief und entspannt.
Mensch: Ich habe tierisch gut geschlafen.
Gott: Das passt gut zu meinem heutigen Bild hinter dem Türchen.
Mensch: Bringst du mich etwa mit einem Schwein in Verbindung? Das muss mir zu denken geben...!
Gott: Die Biologen sagen ja das Schweine sehr kluge Tiere sind und wenn Sie artgerecht wie das hier das auf dem Bild aus Dänemark gehalten werden, auch sehr sauber sind. Kommt halt immer auf die Bedingungen an, ob es ein putziges kluges Schwein oder eine dumme dreckige Sau wird. Das lässt sich beeinflussen. Die Gene von Schweinen und Menschen sind sich aber wohl schon sehr ähnlich, hat die Wissenschaft herausgefunden. Der Mensch also ziemlich nah dran am Schwein. Na und es gibt immer immer solche und solche. Kommt drauf an wie sich jemand entwickelt, wie er eben so aufwächst.
Mensch: Und jetzt soll ich in mich gehen und mich fragen, wo ich sauklug gehandelt habe oder mich wie eine Drecksau gebärdet habe!?
Gott: Ach Mensch, in diesem Schwarz-Weiss-Muster ticke ich gar nicht. Das bringt gar nichts, wenn ich dich zur Sau mache und an den Pranger stelle. Dann hast du schon genügend Ausreden parat, könnte ich auch verstehen. Ich unterhalte mich lieber mit dir.
Mensch: Ich muss zugeben. So wie das Schwein da steht, hat es mich an Egon Olsen erinnert!
Gott: Jetzt müssen die jungen Leute, die das hören oder lesen, sicher erst mal googlen, wer das war!
Mensch: Kriegen die hin! - Wenn ich dem Schwein noch eine Zigarre ins Maul stecken würde, dann könnte es grade denken: „Ich habe einen Plan!“
Gott: Egon Olsen kommt ja auch aus Dänemark, wie das Schwein hier. Würde also für ein kluges Schwein sprechen, wenn es das ausstrahlt: Ich habe einen Plan! Der Bankräuber Egon hatte ja immer einen guten ausgetüftelten Plan...Hast du eigentlich einen Plan für dein Leben? Einen Tresor zu knacken wie Egon Olsen ja wohl nicht hoffentlich?!
Mensch: Ich glaub mein Schwein pfeift! Was denkst du von mir?
Gott: Statt Zigarre würde auch ne Pfeife gehen! Passt auch zu dem Gesichtsausdruck und der Kopfhaltung. Die Redewendung: „Ich glaub mein Schwein pfeift!“ ist wohl irgendwann so vor 40 bis 50 Jahren erst entstanden, weil es Schweinen von Natur nicht möglich ist zu pfeifen. Genauso wie: Ich glaub mich knutscht ein Elch!“ Eben so ein Ausdruck der Empörung, wenn etwas was ich für unmöglich halte doch geschieht oder mir unterstellt wird.
Mensch: Ja das halte ich tatsächlich für unmöglich, dass ich mal einen Tresor knacken will.
Gott: Schade eigentlich!
Mensch: Ich glaub mich knutscht ein Elch! Was hast du gesagt? Du wünschst dir, dass ich irgendwo einbreche und den Tresor knacke?
Gott: Na ganz so wörtlich will ich das nicht verstanden wissen. Bei dem Bankräuber Egon Olsen beeindruckt mich immer wieder diese Energie und der an sich anfangs gute Plan. Wenn es dann doch durch Dummheit etwas schief geht, kommt der nächste neue Plan. Selbst wenn ihn seine Freunde, geknebelt irgendwo vorfinden, weil alles schiefgelaufen ist, kommt gleich nachdem er den Mund wieder öffnen kann die kalte Zigarre aus dem Mund und der Spruch: „Ich habe einen Plan!“ Einen neuen eben. Der gibt nie auf, um sein Ziel zu erreichen. Übrigens bedeutet das aus dem Griechischen kommende Wort „Tresor“ sowas wie „Schatzkammer“. Hast du ein Ziel in deinem Leben? So eine Schatzkammer, die dir vor Augen steht. Schmiedest du Pläne, wie du zu deinem Schatz kommst? Hast du einen Plan, doch noch mehr zu erreichen?
Mensch: Du hast Recht, das Schwein schaut und hält den Kopf so als würde es denken: Ich weiß, da hinter dem blöden Draht gibt es richtig tolles frisches Futter.
Gott: Deshalb habe ich vorhin mal frech nach deinem Plan fürs Leben gefragt. Vielleicht hast du ja manches schon zu den Akten gelegt, weil der erste Plan dummerweise aus was für Gründen auch immer nicht funktioniert hat. Aber dein Herz hängt noch dran und du stehst so wie vor vor einer Mauer oder einem Elektrozaun und kommst nicht weiter. Weißt du eigentlich, was in deiner Wunsch-Schatzkammer ist? Egon Olsen wusste immer ganz exakt wieviele Millionen ihn im Tresor erwarten.
Mensch: Da müsste ich mal drüber nachdenken...
Gott: Du weißt ich bin ein Praktiker. Gedanken sind flüchtig, aber man kann sie festhalten. Mach es doch mal ganz konkret. Such dir ne schöne Schachtel oder bau dir eine Schatzkiste und dann legst du deine Schätze da rein. Das, was dafür steht, was du schon hast und schaust mit Dankbarkeit drauf. Du suchst die Gegenstände, die das symbolisieren und legst sie in die Schatzkiste. Dann gehst du ins Reich deiner Wünsche, Hoffnungen, Sehnsüchte und verträumten Pläne oder Ideen und suchst dir Gegenstände, die dafür stehen könnten. Diese Schatztruhe kannst du dann immer mal wieder öffnen, um dich zu bedanken für das, was schon geworden ist und um neue Pläne zu schmieden, damit die Wünsche, Träume und Sehnsüchte nicht für immer zu den Akten gelegt werden. Unmöglich Erscheinendes könntest du in in gesunden Abständen auf doch bestehende Möglichkeiten überprüfen! (Sauklug wäre unter Umständen so zu denken: Hat der Elektrozaun überhaupt Strom drauf? Könnte ich nicht doch drüber springen oder drunter durch kriechen, mich durch buddeln?)
Mensch: Ich bin gerade etwas erschrocken. Du weißt sicher warum... Danke dir. Ich glaube ich habe heute Schwein gehabt, dass ich mal mit dir drüber geredet habe. Habe gerade eine Ahnung bekomme, wo meine Schatzkiste steht und was drin sein könnte.
Gott: Schön, dass ich heute dein pfeifendes Schwein sein durfte! Das macht mich glücklich! Nimm dir Zeit für deinen Schatz! Ist noch nicht aller Tage Abend.
Mensch: Ich glaub mein Schwein pfeift! Ich hatte meinen Schatz vergessen!
Gott: (pfeift) Fröhliche Schatzsuche!
3.12.2021, abends
Gott: Ich sehe da so was glitzern. Hat da ein Mensch gerade seinen Schatz gefunden...? Ich muss es immer wieder feststellen: Das ist für mich wirklich die beste Beleuchtung, hier in meiner „Himmelsstube“, dass es bis zu mir „durchglitzert“, wenn ein Mensch seine Schatzkiste öffnet und sich was raus holt oder was rein tut – oder beides!

Schatztruhe
4. Dezember 2021, morgens
Gott: Mich hat es gestern sehr berührt, dass du deinen Schatz nahezu vergessen hattest. So habe ich mal einen Weitblick vom „Steg der Wünsche“ auf der Leuchtenburg bei Kahla in dein heutiges Türchen eingestellt. Es kann helfen an so einen Ort mit einem weiten Blick zu gehen. Da arbeiten sich die Wünsche und Pläne ganz von alleine hoch und wollen fliegen.
Mensch: Ja, da möchte ich gleich die Flügel ausbreiten und durchstarten!
Gott: Ja, das Bild erweckt schon irgendwie das Gefühl, dass du mehr kannst, als dir dein Verstand gerade sagt und was du im Moment überblicken kannst. Dein Verstand sagt dir natürlich, dass du keine Flügel hast und das nicht machen solltest. Aber dein Geist, deine Seele fühlt sich durch diesen Blick eingeladen, dir einfach das Unmögliche zuzutrauen. Auch wenn du körperlich nicht abhebst, so ist dein ICH doch geflogen und dieser Seelen-Flug verändert was in deiner Wirklichkeit.
Mensch: Ich habe übrigens meine Schatzkiste gefunden! War mächtig eingestaubt, kann ich dir sagen!
Gott: Ich habe es glitzern sehen, als du den Deckel geöffnet hast. Über den Staub brauchst dich ja nicht wundern. Wer nicht weiß, wo ihm der Kopf steht, der hat schon viel lange nicht in seine Schatzkiste geschaut.
Gott: Schatzkisten müssen immer wieder aufgeklappt und auf diese Weise gut belüftet werden, sonst wird aus dem Schatz ein muffiges Ding, was man vergessen kann. Mein Pflegehinweis für deine Schatzkiste: Regelmäßig öffnen und die Schätze bewundern und neue hineinlegen. Kannst sie ja mit auf einen Berg nehmen und mit den Flügeln schlagen und wenn das nicht gegen den Staub hilft dann wird der frische Wind und die Weite des Horizontes da oben dafür sorgen, dass du deine Schätze wieder siehst oder neue einsammeln kannst. Im Hügelland, hier zwischen Stadtroda und Kahla gibt’s ja genügend Berge. Im Museum der Leuchtenburg kannst du sogar deine Wünsche in den Computer eingeben und sichtbar machen. Ich würde mich auch freuen, wenn du mir auf einem Berg mal davon erzählen würdest und mir deine Schätze zeigst, die vorhandenen und die noch dazu kommen sollen. Glaub mir, das hält den Kopf auf dem Hals!
Mensch: Du bekommst heute noch eine kleine Führung durch meine Schatzkiste!
Gott: Wann? Ich frage lieber nach einem verbindlichen Termin, weil ich sonst Gefahr laufe versetzt zu werden.
Mensch: Stimmt schon, ist nicht einfach mit mir. Heute ist Samstag, da treffen wir uns am Nachmittag, wenn es noch hell ist, um zwei.
Gott: Und wo?
Mensch: Das schreib ich dir noch als Kurznachricht. Aber Moment, ich hab keine Nummer von dir.
Gott: Schon vergessen? Ich hab nur Babyfon!
Mensch: OK, etwas schwerfällig und überholt. Dann sag ich es einfach und du hörst es über dein geheimnisvolles Babyphon, wo auch immer es bei mir versteckt ist.
Gott: Das bleibt mein Geheimnis. Ich hör dich schon. Sprich mich einfach an. Das klappt immer. Hab damals gute technische Qualität geordert. Hat sehr gute Übertragungsraten, könnte viel mehr auf diesem Draht gesprochen werden...
4.12.2021, gegen 14.30 Uhr
Gott: Er hatte echt ne Menge Schätze vorzuführen. Immerhin ne halbe Stunde hat ganz ordentlich durch den ganzen Holzland-Himmel geglitzert. Haben bestimmt viele für Wetterleuchten gehalten... Oh, ich sehe gerade, im Babyphon-Protokoll: Es war nicht nur einer, der die Schatzkiste gefunden hat. Da hat sich meine Einladung zum Türchen öffnen aber gut im Holzland herum gesprochen. Dann wird es in Zukunft heller in unserem irdischen Himmelreich. In diesem Licht, können wir uns dann auch gegenseitig besser sehen und erkennen. Bevor ich das Foto gemacht habe, hatte ich das als meinen großen Wunsch auf dem „Steg der Wünsche“ auf der Leuchtenburg in den Computer getippt! Schön, dass auch für mich mal Wünsche in Erfüllung gehen.

Bitte ohne Gottesfurcht
5. Dezember 2021
Mensch: Oh heute gibt es einen Überflieger!
Gott: Den Engel habe ich am „Himmel“ in der Rausdorfer Kirche entdeckt, als ich da mal spontan zum Gottesdienst gegangen bin.
Mensch: Du gehst zum Gottesdienst?
Gott: Der Name GOTTES-DIENST sagt es doch sehr eindeutig, dass ich da grundsätzlich was zu tun habe. Ist durchaus eine anspruchsvoller Dienst, wenn du nur eine Stunde Zeit hast, dich bei den Menschen in Erinnerung zu bringen und ihnen eine Portion Hoffnung mit in ihr Haus und auf ihren Weg zu geben.
Mensch: Und wie war es in deinem Gottesdienst?
Gott: Ich gestehe, ich war abgelenkt durch den Engel da oben über dem Altar an der Kirchendecke, die ja so wie ein Himmelswolke ausgemalt ist. Was der Pfarrer erzählt hat, weiß ich gar nicht mehr so genau. Dieses Wort „Fürchtet Gott!“ hat mich irgendwie gestört.
Mensch: Na ja, steht schon ziemlich oft so in der Art der Bibel.
Gott: Hast du denn Angst vor mir?
Mensch: Nicht wirklich. Aber in den Bibeltexten im Advent, da wird recht deutlich vom Gericht gesprochen und dem Weltuntergang, weil wir Menschen nicht das machen, was du gesagt hast.
Gott: Das ist schon oft sehr erklärungsbedürftig, was da so steht und die Zeit nimmt sich nicht jeder. Da wird es schnell auch sehr einseitig verstanden. Den Bibelspruch, mit dem der Engel da durch die Kirche düst, würde ich auch gern etwas moderner formulieren.
Mensch: Was ist denn mit dem "Fürchten" nun gemeint, wenn wir keine Angst haben sollen vor dir.
Gott: Das Geschäft mit der Angst zu machen, war noch nie meins. Die Menschen denken das immer, dass ich da ganz ähnlich ticke wie sie.
Mensch: Und wie tickst du?
Gott: Meine moderne weniger missverständliche Übersetzung ist: „Bezieht Gott in euer Leben ein und rechnet mit ihm. Dann braucht es auch keine Abrechnung und Gott freut sich, dass er gebraucht wird!“
Mensch: Geht es auch kürzer?
Gott: "Rechne mit Gott, dann kommst du vom Minus zum Plus!"
Mensch: Keine "Abrechnung", kein "Minus", meint kein Gericht und keine Strafe.
Gott: Ja, wenn ihr mich vergesst und weitgehend in eurem täglichen Leben ausklammert, kann ich ja kaum noch was bewirken in eurem Alltag und dann ist die Bilanz unterm Strich dann ein Minus, was unten rauskommt. Aber das ist dann eher so eine unvermeidbare Folge, weil ich nicht zum Zuge kommen konnte.
Mensch: Weil kein Platz für dich war?
Gott: Das ist das, was mit dem Ehre geben gemeint ist: Ich hätte schon gerne einen Ehrenplatz bei dir. Wo ich eine gute Sicht auf dich habe, auf die Bühne deines Lebens.
Mensch: Und dann unterhalten wir uns über die „Vorstellung“ des jeweiligen Tages und du hörst mir zu und gibst mir einen Tipp.
Gott: Zum Beispiel. Es wäre mir eine Ehre! GOTTES-DIENST im Alltag eben, nicht nur, wenn du es grade mal schaffst, an einem Sonntag in die Kirche zu gehen.
Mensch: Schön, dass du den Engel aus der Kirche heraus hinter das heutige Türchen hast fliegen lassen. Ich werde ihn mir ausdrucken und an meine Pinwand hängen für den täglichen GOTTES-DIENST.
Gott: Bildschirmhintergrund oder Bildschirm-Schoner geht auch! Dahin, wo er mit seiner Flugbahn öfters deine Blicke kreuzen kann.e Brille auf! Kannst du erkennen aus welchem Material der Bagger gebaut ist?
Mensch: Also Plaste ist das nicht, Holz auch nicht. Die Verarbeitung sieht wie selbstgebastelt aus. Fast wie Pappe oder Papier?
Gott: Du hast gute Augen. Das ist ein Bagger, der von einem Mann, gebaut wurde, den ich mal im Gefängnis besucht habe. Er hat mir erzählt, dass er ihn für seinen Sohn dort im Gefängnis gebaut hat. Der Clou ist, dass an dem Bagger alles beweglich ist wie bei einem industriell gefertigten. Der Schwenkarm mit den Kolbenstangen, die Kettenglieder, das sind alles einzeln mit Präzision nur aus Papier und Klebstoff angefertigte Einzelteile.
Mensch: Im Gefängnis hat man ja auch kaum Werkzeug zur Verfügung. Stelle ich mir eigentlich ziemlich unmöglich vor.
Gott: Er hat mir erzählt, dass er Papier in Wasser eingeweicht hat, dann den Brei hat etwas eintrocknen lassen, dann noch etwas Klebstoff zugefügt und aus der Masse, die Einzelteile mit der Hand und dem Eßbesteck geformt und wieder getrocknet. Jedes Kettenglied ist einzeln aus dem Brei geformt und dann zur Kette verbunden worden mit Draht, den er sich in der Werkstatt besorgt hat.
Mensch: Echt beeindruckend, wieviel Arbeit und Liebe zum Detail drin streckt.
Gott: Und zu seinem Sohn, dem er ja im Gefängnis jahrelang nicht so nah sein konnte, wie er es gerne gehabt hätte.
Mensch: Da hat er dann seine ganze Liebe und die Sehnsucht in den Bagger gebastelt.
Gott: Das hat mich sehr berührt. Es ist für mich zu einem Bild dafür geworden, wie ein Mensch aus Nichts etwas sehr Schönes und Kostbares machen kann, wenn er eben ein Ziel hat. Der Mann hat einfach das genommen, was da war und was er sich besorgen konnte und losgelegt, ausprobiert, viele Versuche unternommen und schließlich ist so ein Wunderwerk rausgekommen. Ist für mich so ein Weihnachtswunder!
Mensch: Ja in der Futterkrippe hast Jesus auch unter schwierigen Bedingungen angefangen, aber dann hat er auch echt viel bewegt. So wie der Bagger sicher auch, als der Mann ihn dann seinem Sohn nach der Haft schenken konnte.
Gott: Das war dann für beide sicher wie Ostern und Weihnachten zusammen! Das versuche ich zu beiden Festen ja immer wieder rüber zu bringen, was mir dieser Mann im Gefängnis zum Abschied noch gesagt hat: „Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!“

Nikolausgeheimnis

6. Dezember 2021
Mensch: Oh heute gibt es die alten Meister! Maria mit dem Jesuskind erkenne ich ja sofort, aber wer sind denn die anderen beiden?
Gott: Alles auf dem Tälerpilgerweg zu entdecken! Links mit der Bischofsmütze - das in der Heilige Nikolaus, rechts dann der Heilige Stephanus.
Mensch: Heute ist ja Nikolaustag. Ich hab ganz vergessen, gestern meine geputzten Schuhe raus zu stellen. Hab ich als Kind nie verpasst und es war immer was drin.
Gott: Ja die drei Goldklumpen, die er hier mit der Bibel in der Hand hält, erinnern daran, dass er ein Bischof war, der immer Geld an Notleidende verteilt hat.
Mensch: Na drei Goldklumpen in dieser Größe sind da eine ganz ordentliche finanzielle Unterstützung!
Gott: Für jemanden, der es auch ordentlich nötig hat! Es wird über ihn erzählt, dass er sich gerne nachts auf den Weg in seiner Stadt gemacht hat und an den offenen Fenstern der Häuser gelauscht hat und wenn er gemerkt hat, dass in einem Haus eine Familie in eine Notlage war, dann hat er einen Goldklumpen durchs Fenster geworfen und ist schnell verschwunden, damit er nicht erkannt wird.
Mensch: Das war dann am nächsten Morgen sicher eine tolle Überraschung. Wahrscheinlich ist auch mal ein Goldstück in den Schuhen gelandet und daher der Brauch.
Gott: Diese Hoffnung haben sicher Millionen Menschen auf dieser Welt. Bei vielen bleiben allerdings die Schuhe leer und dann eben auch die Teller und zwangsläufig auch der Bauch. Oft wird in den Gottesdiensten ja gebetet, dass ich doch dafür sorgen soll, dass keiner mehr hungern soll...
Mensch: Na du bist ja der allmächtige Gott! Warum solltest du das nicht können?
Gott: Einfache Antwort: Der Allmächtige besitzt kein Gold und Geld! Das einzige, was ich immer wieder versuchen kann, ist das: Ich versuche, die Gold und Geld haben zum gerechten Teilen zu bewegen. Da bin ich an jedem einzelnen von euch dran. Meine jahrtausendelange Erfahrung ist leider, dass das eine äußerst schwierige Kiste für euch Menschen ist.
Mensch: Ja wir bunkern ganz gern was für schlechtere Zeiten - so als Sicherheit.
Gott: Dafür müssen dann aber viele Menschen in Not weiter schlechte Zeiten überleben und sterben sogar. Ein hoher Preis für ein komfortables Sicherheitspolster.
Mensch: Stimmt schon irgendwie. Ich könnte schon auch mehr geben, als das was ich momentan so für andere spende.
Gott: Der Nikolaus hat es damals so gedacht: Wenn das Gold bei mir oder in der Kirche rumliegt, nur damit ich besser schlafen kann, dann ist es nicht richtig angelegt. Besser ist es, wenn es unter die Leute kommt und Gutes bewirkt, damit andere vielleicht überhaupt wieder mal ruhiger schlafen können.
Mensch: Was antwortest du denn dann, wenn diese Gebete zu dir dringen, dass du das regeln sollst?
Gott: Wenn ich krass drauf bin ungefähr so: "Das lässt sich nur regeln, wenn du mein Nikolaus wirst! Mindestens den Betrag, den du jedes Jahr für deine Urlaubsreisen und im Restaurant im Laufe des Jahres ausgibst, solltest du auch bei Bedürftigen durchs Fenster werfen."
Manche verstehen es und handeln. Andere beten schnell weiter...
Mensch: Jetzt fang ich an zu rechnen...
Gott: Mach das . Die Negativzinsen fressen eh bald alles auf. Also lieber vorher Positives damit bewirken. Wenn du besser wirst im Geld-Reinwerfen als im Geld-Rauswerfen, sag ich bald dankbar „Nikolaus !“zu dir!
Verkehrsregeln
9. Dezember 2021
Mensch: Das ist ja eine lustige Truppe! Sieht schon so aus als ob die gemeinsam unterwegs wären. Zwölf Tauben und eine vorneweg ist die Anführerin. Alle schauen in die gleiche Richtung. Als ob es da etwas Neues und Interessantes zu sehen gäbe. Die Taube ist doch Symbol für den Heiligen Geist...Ganz schön viel Geist unterwegs auf dem verrosteten Blechdach.
Gott: Na wenn der Dachschaden droht, braucht es eine geballte Menge Geist zur Problemlösung.
Mensch: War das jetzt ein Wink mit dem Zaunspfahl? Dass bei mir ein Dachschaden droht?
Gott: Na einen gewissen Schaden hat ja jeder. Kopflosigkeit ist in gewisser Weise auch ein Dachschaden oder? Da ist ja dann nicht mehr viel da vom Dach... War aber wirklich nicht so gemeint! Aber es ist immer gut, das Dach regelmäßig auf Schäden zu prüfen. Mich hat an dem Bild einfach beeindruckt, dass es so eine große und irgendwie Sicherheit vermittelnde Gemeinschaft von Gleichgesinnten zeigt. Alle konzentrieren sich auf den gleichen Punkt in der Ferne.. Das schweißt sie irgendwie zusammen.
Mensch: Das erinnert mich an den Besuch eines Freundes vor Jahren. Es klingelt bei mir an der Haustür. Ich öffne und sehe eine Mann mit dem Rücken zu mir da stehen. Da rechnet man ja überhaupt nicht damit. Ich war verwirrt. Nach einem Moment sagte er: „Du, ich wünsche mir, dass wir beide immer nach vorne in eine gemeinsame Richtung schauen. So wie jetzt gerade.“ Ich erkannte an der Stimme, dass es einer meiner besten Freunde war.
Gott: Sicher gibt es da eine tolle innere Verbindung zwischen euch. Gibt nicht so viele Menschen, wo es so eine gemeinsame Blickrichtung und damit auch Ausrichtung im Leben gibt.
Mensch: Da hast du Recht, aber das schweißt wirklich zusammen und bricht dann auch nicht so leicht.
Gott: Gutes Vorbeugen gegen fahrlässigen Dachschaden also!
Mensch: Ja man kann sich eben auch Scheuklappen, die aus „alternativen Fakten“ gestrickt sind, aufsetzen und auf diese Weise immer nur in eine Richtung schauen. Das ist bei den Tauben anders. Beeindruckend finde ich im Herbst ja immer wieder diese riesigen Vogelschwärme mit hunderten ja vielleicht sogar tausenden von Vögel, die sich sicher und zielgerichtet in einer gemeinsamen Richtung fortbewegen. Ich frage mich manchmal, wie wird das geregelt oder gesteuert wird, dass es jetzt da lang oder da lang gehen soll. Aber wie als wären sie alle mit einem unsichtbaren Band verbunden, richten sie sich so aus, dass sie nicht zusammenstoßen oder zertreuen. Jeder einzelne Vogel muss wohl ein besonderes Gespür für den anderen neben ihm haben. Nur wenn er den „Gemeinschaftsflug-Modus“ anschaltet, dann gibt es die größte Sicherheit, nicht abzustürzen und das ferne Ziel in der Zukunft auch gut zusammen zu erreichen. Es scheint nicht nur einer zu wissen, wo es langgeht, sondern alle und das bringt die stabile Flugordnung mit sich.
Gott: Deshalb lasse ich im Herbst immer die Vögel diese tollen Flug-Kunststückchen vorführen. Ich habe die Hoffnung, dass ihr ernst macht mit meiner Empfehlung aus der Bibel: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Das meint genau dieses Einüben in diesen für letztlich alle überlebenswichtigen Gemeinschaftsflug in gutem Kontakt bei einer gesunden Distanz.
Mensch: Da ist was dran… Der Vogelschwarm kommt an, weil nicht jeder Vogel sich selbst der Nächste ist, sondern ein Gespür für den oder die andere neben sich entwickelt hat.
Gott: So wie bei deinem Freund und dir! Ich lade dich heute ein, dich mal mit deinen Freundinnen und Freunden aufs wegen mir auch rostige Blechdach zu setzen und gemeinsam in eine Richtung zu schauen, gemeinsam ein Ziel in den Blick zu nehmen. Wohin könntet ihr gemeinsam starten? Mit wem möchtest du mal zusammen losfliegen?
Mensch: Gemeinschaftsflug mit dem richtigen Mindestabstand!?
Gott: Ja trotz Abstand in engem Kontakt bleiben. Dasein. Das ist heilsam in diesen Zeiten! Dann mal ausschwärmen! Herzen erwärmen!

Gott steigt ein

11. Dezember 2021
Mensch: Oh, das ist wohl das Kontrastprogramm zu der schönen Modell-Weihnachtskrippe von gestern. Verlassene Rumpelbude!
Gott: Wenn ich solche unbewohnten Häuser in abgehängten Gegenden sehe, zieht mich schon mächtig runter.
Mensch: Ich kenne das auch und frage mich oft, warum es dazu gekommen ist. Nur die liegen gebliebenen Gegenstände und ein paar Möbel zeigen noch an: Da hat mal jemand gelebt und das Leben gestaltet und genossen. Vielleicht kam dann eine Krise, eine Katastrophe, ein Fiasko... Das Bild ist so wie eine Bankrotterklärung der ehemaligen Bewohner: "Es ging einfach nicht mehr, wir mussten raus. Wir wurden gezwungen durch die Umstände." Gerade musste ich an den Nikolaus denken. Wenn er durch dieses zerschossene Fenster Goldklumpen werfen würde, würde sie keiner finden, weil keiner mehr da ist. Wer würde denn in so ein Haus investieren? Das wäre doch rausgeworfenes Geld oder?
Gott: Es könnte ja jemand ankommen, der sich in das alte Haus und den verwilderten Garten dahinter verliebt, der plötzlich mit viel Fantasie anpackt, aufräumt, neu gestaltet und blühende Landschaften mit romantischen Sitzecken zaubern könnte. Eine junge Familie vielleicht, die sagt: Wir schaffen das!
Mensch: Da braucht es allerdings eine ordentliche Portion Fantasie, Optimismus und Durchhaltevermögen.
Gott: Ich muss zugeben, dass ich mich bei solchen Objekten manchmal als Makler betätige. Ich locke so tatkräftige Leute, meistens junge Familien zu solchen verwahrlosten Häusern, weil ich die Hoffnung habe, dass die aus dem Saustall doch noch eine Ort machen, wo man fröhlich leben kann.
Mensch: Ist ja irgendwie auch dein Programm. Auf den Bildern der Künstler, die deine Geburt auf der Erde nachstellen, sind manchmal ganz heftige Rumpelbuden dabei - die Modell-Krippe von gestern mal ausgenommen. Aber auch die zeigt ja deine Geburt mitten im Alltag wie er eben so ist.
Manchmal ist mein Leben so im übertragenen Sinne ja auch so eine Rumpelbude oder ein sanierungsbedürftiger Stall...
Gott: Ja, dein Stall, deine Rumpelbude ergreifen besonders in der Adventszeit immer wieder Besitz von meinem Herzen und deshalb habe ich dir am 1. Advent ja auch gesagt: „Ich komme zu dir!
Mensch: Ja und mir war es etwas peinlich, weil es eben nicht so gut aussah bei mir zuhause und auch rundherum nicht viel besser.
Gott: Rumpelbuden ziehen mich zwar runter, aber auch irgendwie an. Wenn ich die Tür nicht aufkriege, steig ich auch mal durchs zerschossene Fenster ein. Wenn es gut geht, bring ich noch jemanden mit, der mit einsteigt und wenn wir drin sind, dann kommen schon ein paar Ideen, was draus werden könnte. So ist aus mancher Rumpelbude doch noch ein schönes Projekt geworden und die heutigen Bewohner laden mich heute immer noch ein, mit ihnen diesen Erfolg zu feiern.
Mensch: Ich denke mal drüber nach wie aus meiner Rumpelbude ein Modell-Haus werden könnte.
Gott: Muss ja nicht gleich alles auf einmal und super schnucklig werden, aber ich steige gerne mit ein!
Mensch: Ich weiß: Der Nikolaus zerschießt mit einem Goldklumpen die Fensterscheiben, dann machen die Erzengel Räuberleiter und du bist drin!
Gott: Ich sehe du bekommst langsam eine Ahnung von unserer himmlisch irdischen Arbeitsweise! Wir können reden!
Aufwärmen

12. Dezember 2021
Gott: Heute gibt’s mal was für den Körper!
Mensch: Sieht nach einer Abkühlung aus!
Gott: Du läufst ja manchmal auch ganz schon heiß und dann musst du ja irgendwo dein „Mütchen“ kühlen. Ich rechne damit, dass es in den nächsten Tagen mal Schnee geben wird. Dann geh doch einfach mal raus und nimm mal so ein kleines Schneehäufchen auf die Hand. Versuche ganz nah mit den Augen ran zu kommen und die Struktur des Schnees zu sehen.
Mensch: Das mach ich am besten gleich. Es liegt draußen ja noch etwas Schnee. Kommst du mit raus in den Garten?
Gott: Ich bin immer da, wo du auch gerade bist. Schon vergessen?!
Mensch: Schon irgendwie praktisch!
Gott: Nur, wenn du es nicht immer wieder vergisst...
Mensch: Das ist ganz schön kalt auf der Hand! Und der Schnee fängt sofort an zu schmelzen! Buuuuaaaahhhh, ist das kalt! Also lange kann ich den Schnee nicht mehr in der Hand halten.
Gott: Ja, du kannst nicht alles im Leben festhalten.
Mensch: Es dauert echt nicht lange und die wunderschönen Kristalle sind in meiner Hand einfach zerronnen. Jetzt ist es nur noch kaltes Wasser.
Gott: Warum „nur“?!
Mensch: Na ich hätte lieber noch die schönen Kristalle weiter in der Hand behalten und sie bewundert.
Gott: Sie haben jetzt nur einen anderen Zustand angenommen. Es war vor gefrorenes Wasser und ist jetzt flüssiges. Aber immer noch Wasser. Mit der Wärme deiner Hände hast du den Zustand des Wassers verändert. Du hast mit deiner menschlichen Energie etwas Entscheidendes verändert.
Mensch: Dafür habe ich jetzt auch wahnsinnig kalte steife Hände.
Gott: Wer etwas Entscheidendes verändert, der setzt seine Kraft und Energie eben ein und der Preis sind dann auch kalte Hände. Manchmal ist schon vor jedem Versuch das sprichwörtliche „Kalte Füße-Bekommen“ die Ursache dafür, dass sich eben gerade nichts verändert und alles so fest bleibt, wie es irgendwann mal eingefroren wurde.
Gibt es in deinem Leben etwas, was erstarrt ist, was nicht mehr so richtig fließt, wie es sollte. Gibt es Eis zwischen dir und einem anderen Menschen, was du mal mit deiner Wärme zum Schmelzen bringen könntest? Welchen Zustand, der sich kalt und verfestigt anfühlt, möchtest du am liebsten doch verändern? An welcher Stelle möchtest du selbst weich werden. Wo soll ich dich berühren, damit das Eis zwischen uns schmilzt?
Mensch: Zuerst könntest du mir deine Hände reichen, damit meine Hände wieder warm werden!
Gott: Es freut mich, dass du mich wieder einmal so ausdrücklich darum bittest! Mache ich liebend gerne! Hatte ich schon vermisst. Deine kalten Hände...
Miniparadies

13. Dezember 2021
Mensch: Toll, ein kleines Paradies in der Betonwüste! Wirklich liebevoll angelegt.
Gott: Ja, irgendwie fehlen nur noch Adam und Eva...
Mensch: Das hat sicher jemand gemacht, der keinen Garten hat und sich einen wünscht. Man sieht förmlich diese Sehnsucht in den Straßenhimmel wachsen: „Ich hätte so gern einen richtigen Garten!“
Gott: Was ist denn an dem Garten hier deiner Meinung nach nicht richtig?
Mensch: Na ist schon entschieden zu klein, in schlechter unwirtlicher Umgebung: laut, nah an der Straße! Müll fliegt durch die Gegend. Da kann man ja nicht wirklich entspannen!
Gott: Also ich sehe wunderbar wachsende Blumen in kräftigen Farben, gelb, orange, rot, grün, braun ein Baum in der Mitte, Sogar ein paar Hände Marmorkies und einen Gartenzaun gibt es.
Mensch: Ja schon, aber sieht doch sehr improvisiert aus.
Gott: Gerade das gefällt mir aber sehr gut an diesem kleinen bunten lebendigen Viereck. Ich hatte an dieser Stelle nicht mit dem kleinen Paradies gerechnet. Bin fast drüber gefallen. Aber ich stolpere lieber über blühendes Lebens, als über eine kalte tote Betonkante.
Mensch: Der Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen scheint ja auch mitten im Mini-Paradiesgarten zu wachsen!
Gott: Mir ist tatsächlich eine Erkenntnis gekommen, als ich dieses lebendige Fleckchen Erde mitten im Straßenbild entdeckt habe.
Mensch: Jetzt bin ich aber neugierig wie Adam und Eva?
Gott: Wenn du in der Bibel liest, merkst du ja, dass ich oft sehr entnervt und enttäuscht über die Härte der Menschen bin, die mir zu allen Zeit so entgegen geschlagen ist und mir immer noch regelmäßig begegnet. Ich schaue mich ja immer nach Menschen um, die inmitten einer hoffnungslos erstarrten Lage einen kleinen freien, fruchtbaren Fleck Erde suchen, finden und einfach was draus machen, ohne gleich alle Weltprobleme, die in Beton gegossen scheinen, lösen zu müssen:
Einfach, die ungenutzte Lücke sehen, buddeln und ein paar Samen drauf oder ein Pflänzchen der Hoffnung setzen, etwas Hege und Pflege, ein Schutzzaun und schon wächst etwas, was das komplette Straßenbild neu prägt.
Mensch: Ich muss zugeben, dass dieser bunte Lebensfleck wirklich die Stimmung der Szene komplett verändert. Wenn er nicht da wäre: Einfach trostlos! Übrigens habe ich heute was über dich gelernt.
Gott: Was denn?
Mensch: Du brauchst es auch mal wieder, dass wir dir Mut machen. Ich werde heute mal schauen, welchen leeren Fleck ich in meinem Leben mal zu einem kleinen Garten verwandeln könnte.
Gott: Ich stolpere gerne mal bei dir rein und über deinen Lebensfleck. Das Wort gefällt mir gut.
Mensch: Ich lasse es flecken für dich!
Nahestehen

14. Dezember 2021
Mensch: Na die beiden stehen sich ja wirklich nahe!
Gott: Die scheinen sich zu mögen, haben sich über eine lange gemeinsame Zeit ein Fleckchen Erde schon geteilt.
Mensch: Wirkt so als ob sie umeinander wissen und sich auf allen Ebenen gut verstehen, miteinander reden – unter der Erde sicher fest miteinander verwurzelt sind und sich Nahrung und Wasser teilen. Oberirdisch halten sie sich auch irgendwie in den Armen mit ihren Stämmen und den Ästen.
Gott: Als ich die beiden bei einem Waldspaziergang gesehen habe, musste ich an die Heilige Teresa von Avila denken, die konnte es damals im 16. Jahrhundert ziemlich gut ausdrücken, wie ich mir so den Draht zu euch Menschen wünsche: Sie war eine Ordensfrau aus dem Orden der Karmelitinnen und hat es für ihre Schwestern mal so formuliert und aufgeschrieben: „Meine Schwestern! Denkt im Lauf eines Tages immer wieder einmal dran, dass Jesus bei euch ist. Glaubt mir, ohne diesen guten Freund sollten wir nicht durchs Leben gehen. Wenn ihr euch angewöhnt, daran zu denken, dass er bei euch ist, dann werdet ihr ihn – wie man so sagt – nicht mehr loswerden! Ihr werdet ihn überall bei euch haben. Und das ist nicht wenig, einen solchen Freund an der Seite zu haben. Ich sage ja gar nicht, dass ihr viele Gebete sprechen, lange meditieren und hochtrabende Betrachtungen über ihn anstellen sollt, ich bitte euch um nicht mehr, als dass ihr ihn anschaut – wenn auch nur so zwischendurch, falls ihr mehr nicht fertigbringt. Ach Jesus, am liebsten ist es dir ja sowieso, dass wir uns mit dir zusammen den Menschen zuwenden, die uns brauchen, das ist der größte Dienst, den man dir erweisen kann...“
Mensch: Ja, die beiden Bäume hier können sich wirklich nicht mehr loswerden.
Gott: Wenn ich sie anschaue, dann predigen sie das so eindrücklich, was Teresa mit diesen Worten in meint. Lass dich doch von ihnen und von Teresa mal einladen: Schau heute Jesus an! Ruhig immer mal wieder! Jetzt, sieht er dich schon an!
(Den Text aus WEG DER VOLLKOMMENHEIT 42 und RUFE ZU GOTT 2.2 habe ich in einer Zusammenfassung und Übertragung als Vorlesetext von Reinhard Körner (OCD) gefunden)
Krähen am Stammtisch

19. Dezember 2021
Mensch: Ich glaube, du wohnst auf nem Bauernhof! Katze, Schweine, Gänse und jetzt ein Hahn...!
Gott: Na ihr Menschen, seid ja auch manchmal recht komische Vögel. Manchmal frage ich mich, was mir da beim Erde kneten so aus dem Ruder gelaufen ist, als ich den Adam geschaffen habe. Deine Erzählung über die gemobbte Weihnachtsgans von gestern hat mich an diesen Hahn erinnert.
Mensch: Der sieht allerdings nicht so aus, als ob er sich mobben lassen würde!
Gott: Warum denn nicht? Wie kommst du drauf?
Mensch: Na so stolz und keck wie der sich da vor deine Kameralinse hinstellt. So nach dem Motto: „Ist hier etwa jemand, der es mit mir aufnehmen will?“
Gott: Ja, von Selbstzweifel scheint er nicht geplagt zu werden.
Mensch: Sieht schon wie einer aus, der „die Bühne rockt“ , wie es heute so oft im Fernsehen bei den ganzen Casting-Shows heißt.
Gott: Passt gut, seine Besitzerin hat ihm den Namen „Elvis“ gegeben! Sicher wegen der tollen Frisur? Aber wie sieht es denn bei dir aus? Rockst du die Bühne?
Mensch: Klappt schon mal, aber bisschen neidisch macht mich diese kecke freche Haltung schon, die der da so selbstverständlich in seinem Hühnerhof vor seinen Hühnerdamen zelebriert.
Gott: Ja, das hat mich an diesem Typ auch fasziniert. Also sieht es bei dir eher mehr nach gemobbter Weihnachtsgans aus, als nach Rockstar Elvis, dem die begeisterte Frauenwelt aus der Hand frisst?!
Mensch: Wenn ich ehrlich bin, könnte ich öfter zu meiner Meinung stehen und einen Konflikt riskieren oder auch mal ne klare unmissverständliche Ansage machen. Oft will ich eher meine Ruhe haben.
Gott: Aber dann kannst du auch in aller Seelenruhe trotzdem zum Mobbing-Opfer gemacht werden und du fühlt dich wie die kleingemachte Weihnachtsgans. Statt kecker Hahn – Gänse-Klein!
Mensch: Letztens hat einer meiner Kumpels sich über die ganzen Flüchtlinge aufgeregt, dass sie uns die Haare vom Kopf fressen und nur unsere Steuergelder verbrauchen. Da ist mir sofort mein Großvater eingefallen, der auf der Flucht im zweiten Weltkrieg nur überlebt hat, weil es Menschen gab, die selbst dem erklärten Feind einfach aus Menschlichkeit und Nächstenliebe mit Essen geholfen und ihn in seinem Versteck nicht verraten haben. Wenn diese Menschen ihn damals einfach als schmarotzenden Flüchtling betrachtet hätten, gäbe es meinen Vater und mich damit auch nicht...
Es lag mir auf der Zunge, ihm das entgegenzuhalten, aber dann hab ich es doch besser runter geschluckt. Man will ja nicht uneinig werden...
Gott: Klingt nicht nach einem unüberhörbaren Kikeriki!
Mensch: Immer wenn ich ihn sehe, muss ich dran denken, dass ich mir dass verkniffen habe, was ich eigentlich sagen wollte.
Gott: Dann fragt sich doch, was das kleinere Übel für dich wäre? Mund halten und jemand anders aus der Hand fressen oder eine klare Ansage, die den Respekt vor dir selber wahrt und dabei den Konflikt riskiert und austrägt. Gute Argumente hättest du ja gehabt! Auf jedem Hühnerhof kannst du dir jederzeit anschauliche Nachhilfe-Stunden gönnen. Einfach mal ne Weile zusehen wie Elvis und seine Artgenossen das einfach so machen: keck Haltung bewahren, für ihre Sache kämpfen und lautstark eintreten. Du wirst alt wie ne Kuh und lernst immer noch dazu!
Mensch: Ja dein Bauernhof als Lebensschule.
Gott: Bei den Tieren ist mir wohl manches besser gelungen beim Kneten... Einen ordentlichen Schuss Mut und Lernfähigkeit habe ich bei euch Menschen aber durchaus mit reingeknetet. Also keine Ausreden!
Mensch: Ich werde krähen beim nächsten Stammtischgelaber!
Gott: Das wäre ein erstklassiges Konzert für mich! Wenn du die Stammtischbühne rockst.a alles so für Stile teilweise gemixt werden.
Himmel und Hölle
21. Dezember 2021
Gott: Heute könnte es etwas philosophisch werden: Glaubst du, dass es diesen Ort „Hölle“gibt?
Mensch: Na immerhin hat „Hölle“ ein Ortsschild mit ziemlich realen Angaben. Im Gegensatz zu dem etwas mageren Wegweiser auf das „Heilige Land,“ das wohl quasi irgendwo recht ab vom Schuss liegt...
Gott: Da könnte was dran sein, mir fällt immer wieder auf, dass Menschen den Ort der Hölle leichter finden und sich vorzugsweise dort längere Aufenthalte in ihrem eigenen Terminkalender buchen. Die heiligen Länder dümpeln eher recht wenig besucht herum und bleiben eher links liegen.
Mensch: Sagt man das nicht so? Der Weg zur Hölle ist eine Autobahn und zum Himmel führt höchstens ein Trampelpfad.
Gott: Also das hast du dir jetzt gerade einfach so ausgedacht! Komm du mir mal in meinen Himmel getrampelt!
Mensch: Na du hast mir ja am 2. Dezember mit deinem Türchen beigebracht, dass der Himmel schon unter meinen Fußsohlen beginnt.
Gott: Schön, dass das mit dem Himmel unter den Fußsohlen bei dir angekommen ist.
Mensch: Wenn wir aber schon mal drüber reden, muss ich jetzt doch mal die Frage stellen: Gibt es diesen Ort der Hölle, so mit ewigen Qualen als Konsequenzen für das, was ich im Leben so vergeigt habe.
Gott: Aus ein bisschen „Vergeigen“ entsteht wahrscheinlich noch kein Ort, der Hölle heißt. Die Hölle mit ihren bekannten Eigenschaften wächst als Ort und Zeit der Qual immer dort aus dem Boden, wo das Himmlische gedankenlos mit Füßen getrampelt.wird.
Mensch: Aber es liegt doch dann in der Natur der Sache, dass ich den Himmel mit Füßen trete, wenn er schon unter meinen Fußsohlen beginnt!
Gott: Die Gefahr besteht natürlich, wenn es dir an Achtsamkeit und Aufmerksamkeit fehlt, den Himmel in deinem engsten Raum, der dich umgibt, auch als Kostbarkeit wahrzunehmen und zu erspüren und eben eher genüsslich zu kosten und nicht zu zertrampeln. Wenn dir das nämlich gelingt, dann gehst du ganz anders und trampelst nicht einfach achtlos drauf los. Du kommst dann aus dem Verkosten nicht mehr heraus und weißt eher nicht, wo du hintreten sollst, weil überall ein Stück Himmel blinkt.
Mensch: Das meinte ich doch mit Autobahn zur Hölle und Trampelpfad zum Himmel.
Gott: Dann würde ich vorschlagen, dass wir es etwas weniger missverständlich besser als „Erlebnis- und Genusspfad“ zum Himmel oder zum Heiligen Land bezeichnen.
Mensch: Klingt verlockender – einladend.
Gott: Aber um deine Frage noch einmal deutlicher zu beantworten: Es gibt eine Hölle, die jeder und jede sich selbst erschaffen kann. Allerdings hab ich mir diese Einrichtung nicht ausgedacht als Strafe für eure Verfehlungen oder so. Ich arbeite eher an auffälligen und einladenden Wegweisern ins Heilige Land. Mindestens einen stelle ich vor jedem Höllen-Ortsschild auf, damit nicht noch einer in die gleiche Grube tappt und den dort leidenden Menschen Gesellschaft im tiefsten Schlamassel leistet.
Mensch: Keine leichte Aufgabe für eine himmlische Werbeagentur!
Gott: Ich wollte eher von dir ein paar Tipps in der Richtung haben.
Mensch: Zur touristischen Erschließung des Himmels?
Gott: Der Ausdruck passt schon irgendwie. Ich wünsche mir wirklich, viel mehr Menschen öfter in meinem - nennen wir es mal „Erden-Himmel“ - regelrechte Entdeckungsurlaube machen und nicht nur so vage ein ganzes Leben drauf hoffen, dass es nach dem Tod den ganz großen ewigen Urlaub im Himmel als Belohnung für die manchmal doch eher überschaubare Zahl guter Taten gibt.
Mensch: Deine Kalendertürchen-Idee und die folgenden Gespräche finde ich gar nicht so ungeschickt. Ich buche ja schon jeden Morgen zehn Minuten Urlaub mit dem Chef im Heiligen Land des Himmels!
Gott: Und was wird nach dem 24. Dezember?
Mensch: Weihnachten! Himmel auf Erden! Licht im Dunkel! Du Gott - in meinem Saustall! Ich freu mich schon - und - es wird nicht aufgeräumt sein!

Aus nichts alles machen
23. Dezember 2021
Mensch: Ist das mein Weihnachtsgeschenk?
Gott: Irgendwie ist der Gedanke nicht so falsch. Aber schau mal genau hin, fällt dir was auf. Geh mal ganz nah ran oder setz deine Brille auf! Kannst du erkennen aus welchem Material der Bagger gebaut ist?
Mensch: Also Plaste ist das nicht, Holz auch nicht. Die Verarbeitung sieht wie selbstgebastelt aus. Fast wie Pappe oder Papier?
Gott: Du hast gute Augen. Das ist ein Bagger, der von einem Mann, gebaut wurde, den ich mal im Gefängnis besucht habe. Er hat mir erzählt, dass er ihn für seinen Sohn dort im Gefängnis gebaut hat. Der Clou ist, dass an dem Bagger alles beweglich ist wie bei einem industriell gefertigten. Der Schwenkarm mit den Kolbenstangen, die Kettenglieder, das sind alles einzeln mit Präzision nur aus Papier und Klebstoff angefertigte Einzelteile.
Mensch: Im Gefängnis hat man ja auch kaum Werkzeug zur Verfügung. Stelle ich mir eigentlich ziemlich unmöglich vor.
Gott: Er hat mir erzählt, dass er Papier in Wasser eingeweicht hat, dann den Brei hat etwas eintrocknen lassen, dann noch etwas Klebstoff zugefügt und aus der Masse, die Einzelteile mit der Hand und dem Eßbesteck geformt und wieder getrocknet. Jedes Kettenglied ist einzeln aus dem Brei geformt und dann zur Kette verbunden worden mit Draht, den er sich in der Werkstatt besorgt hat.
Mensch: Echt beeindruckend, wieviel Arbeit und Liebe zum Detail drin streckt.
Gott: Und zu seinem Sohn, dem er ja im Gefängnis jahrelang nicht so nah sein konnte, wie er es gerne gehabt hätte.
Mensch: Da hat er dann seine ganze Liebe und die Sehnsucht in den Bagger gebastelt.
Gott: Das hat mich sehr berührt. Es ist für mich zu einem Bild dafür geworden, wie ein Mensch aus Nichts etwas sehr Schönes und Kostbares machen kann, wenn er eben ein Ziel hat. Der Mann hat einfach das genommen, was da war und was er sich besorgen konnte und losgelegt, ausprobiert, viele Versuche unternommen und schließlich ist so ein Wunderwerk rausgekommen. Ist für mich so ein Weihnachtswunder!
Mensch: Ja in der Futterkrippe hast Jesus auch unter schwierigen Bedingungen angefangen, aber dann hat er auch echt viel bewegt. So wie der Bagger sicher auch, als der Mann ihn dann seinem Sohn nach der Haft schenken konnte.
Gott: Das war dann für beide sicher wie Ostern und Weihnachten zusammen! Das versuche ich zu beiden Festen ja immer wieder rüber zu bringen, was mir dieser Mann im Gefängnis zum Abschied noch gesagt hat: „Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!“

Für Gott Krippe sein

25. Dezember 2021 - 1. Christtag
Mensch: Krippen haben zu Weihnachten Hochkonjunktur! In manchen Kirchen findet man ja sogar mehrere auf einmal.
Gott: Das stimmt schon. Es wird ordentlich dran gebastelt, immer wieder neue zu entwerfen.
Mensch: Findest du das eigentlich nicht manchmal etwas kitschig? Also bei mir überschreitet es manchmal die Schmerzgrenze, was da alles so für Stile teilweise gemixt werden.
Gott: Das wundert dich vielleicht jetzt, aber ich kann auch mit der rein äußerlich kitschigsten Krippe was anfangen, wenn die Menschen, die sie sich hinstellen, mich wirklich damit verbinden und ich über diese Figuren in ihrem Herzen ankommen kann. Dann wird für mich Weihnachten. Es ist ja nichts anderes, was ich will: sozusagen einen „Krippen-Platz“ im Herz eines Menschen finden und die Chance bekommen, dort Wärme, Licht und Barmherzigkeit zu verbreiten, eben dort geboren werden!
Mensch: Ganz schön blumige Vorstellung! Das nicht doch eher selten der Fall? Die meisten stellen das doch nur so hin und es ist halt die Weihnachtsdekoration und wandert spätestens schon kurz nach Silvester wieder im Karton und ab auf den Dachboden oder in den Keller.
Gott: Meinst du!? Wie sieht es denn bei dir da aus?
Mensch: Ehrlich gesagt, habe ich keine solche Weihnachtskrippe. Ist nicht so mein Ding und ich denke halt, dass die meisten damit nicht viel mehr als jahreszeitlich romantische Deko verbinden.
Gott: Du meinst der Engel mutiert dann doch nur zur „Geflügelten Jahresendfigur“ so wie es zu DDR-Zeiten auf der Verpackung stehen musste, weil es Engel ja nicht geben durfte im real existierenden Sozialismus?!
Mensch: Wo du das gerade sagst! Ich habe tatsächlich einen Engel ohne Flügel aus Ton, der singend eine Kerze trägt. Zu dem habe ich eine besondere Beziehung, weil wir vier davon in der Familie hatten. Als wir drei Kinder so aus dem Haus gingen, bekam jedes mittlerweile erwachsene „Kind“ einen mit und einer blieb bei den Eltern. So sind wir über unseren jeweiligen Engel im Advent und zu Weihnachten miteinander verbunden.
Besonders schön und kunstvoll ist er nicht, aber er ist eben mit vielen Erinnerungen und diesem Band zur Familie aufgeladen. Das macht, dass er mich berührt, wenn ich ihn betrachtet wie er so „lauthals singend“ die brennende Kerze auf meinem Frühstückstisch trägt.
Gott: Bei dir ist es der Engel, bei anderen die Weihnachtskrippe... AUFGELADEN ist der kleine Tonengel also bei dir! Das Wort finde ich sehr treffend für das, was ich von diesem ganzen „Weihnachtssachen“ mir erhoffe. Es kann sein, dass es am Anfang nur schicke Deko ist. Aber es kann auch nachträglich noch aufgeladen werden mit einer tieferen Bedeutung und kann zu einem Zeichen für eine kostbare „Ladung“ werden.
Mensch: Ja im besten Fall könntest Du Gott die „Ladung“ sein, die mitten aus dem Herzen kommt oder mitten ins Herz trifft. Ich verstehe, was du meinst.
Gott: Ich lade dich ein - Mensch. Geh doch mal in die Tröbnitzer Kirche. Sie ist in der Weihnachtszeit bis zum 6. Januar tagsüber geöffnet. Setz dich mal vor diese schöne Weihnachtskrippe! Such dir vielleicht auch nur eine Figur aus, die dich irgendwie anspricht und frag sie mal, was sie dir zu erzählen hat und dann kannst du ihr ja auch was von dir erzählen! In diesem Sinne: Guten Ladungsaustausch!
Menschwerdung
26. Dezember 2021
Mensch: Als ich Kind war, habe ich auch immer gerne beim Krippenspiel mitgemacht!
Gott: Ich schaue mir das auch ganz gerne an. Bei der Generalprobe in dem Dorf Lichtenau gab es einen Fototermin, wo ich dann heimlich auch ein Bild geknipst habe. Als ich die Kinder da so hinter und bei ihren Rollenfiguren stehen sah, da dachte ich, dass ich dir damit heute ein Türchen öffnen könnte.
Mensch: Ja jeder und jede hat so seine / ihre Rolle bei den jeweiligen Holzfiguren gefunden.
Gott: Und genau das ist es, was ich so faszinierend fand! Genau das ist doch der Sinn dieses ganzen Inszenierens meiner Geburtsgeschichte! Weihnachten, meine Geburt hier bei euch, darf nicht nur so eine starre Figurenaufstellung und Deko bleiben, wie du gestern treffend gesagt hast. Hinter jede Figur können und dürfen lebendige Darsteller, Spieler, Menschenkinder treten, die mich im aktuellen Geschehen, mitten im Alltag neu ankommen lassen bei den Menschen.
Mensch: Die Krippe muss sozusagen bespielt werden!?
Gott: Du hast es erfasst! Wenn in der Advents- und Weihnachtszeit, jemand seine Rolle in der Weihnachtsgeschichte entdeckt und anfängt, sich in sie einzuüben, sie zu spielen, so gut wie er es eben gerade kann, dann ist Weihnachten nicht nur ein romantisches Theater, sondern hat im wahrsten Sinne des Wortes plötzlich Hand und Fuß, weil eine konkreter Mensch, wie auf dem Bild hinter und IN seiner Rolle steht. Dann werde ich wirklich neu geboren, dann ist in der Futterkrippe keine Christkindpuppe oder nur Stroh drin. Sie ist wieder voll mit einem Menschen aus Fleisch und Blut! Und mein Licht kann tat-sächlich leuchten. Weil es Menschen gibt, die etwas TUN: Licht und Freude bringen, so wie die Hirten; dringend nötige Unterstützun, so wie die Weisen aus dem Morgenland; Menschen die Verantwortung und einen Auftrag von mir annehmen, auch wenn es beschwerlich ist und einfach losgehen, wie Maria und Josef. Die Kinder haben es im Krippenspiel den Erwachsenen vorgemacht, wie locker und einfach das geht. Josef hat eine Krippe gezimmert, weil nichts da war, Hirten haben sich gekümmert und Hoffnung verbreitet und weitgereiste Fremde haben geholfen.
Mensch: Ja, ist also wirklich ein denkwürdiger Schnappschuss zu deinem Geburtstag.
Gott: Eine Frage habe ich noch an dich: Wo ist dein Platz auf dem Krippen-Bild. Zu wem möchtest du dich stellen und Leben einhauchen?

Vom Feiertag zum Alltag
27. Dezember 2021
Gott: Weißt du eigentlich, dass es bis ca. 1800 in den deutschen Kleinstaaten teilweise noch einen 3. Weihnachtsfeiertag gab?
Mensch: Ja, in meinem Textheft zum Weihnachtsoratorium von J. S. Bach ist mir das aufgefallen. Die dritte Kantate wurde am „Dritten Heyligen Weihnachtsfeyertage“ in der Leipziger Nikolaikirche aufgeführt. Eigentlich schade, dass er abgeschafft wurde und wir heute schon wieder arbeiten müssen.
Gott: Das Thema der dritten Kantate schwelgt geradezu in der Krippenszene und möchte dieses schöne innige Bild bewahren. In der Arie singt der Alt: „Schließe mein Herze, dies selige Wunder fest in deinem Glauben ein. Lasse dies Wunder, die göttliche Wercke immer zur Stärcke deines schwachen Glauben seyn.“
Der Tenor des Evangelisten sorgt aber dann dafür, dass die Geschichte weiter geht und nicht nur in schönen andächtigen Gefühlen stecken bleibt. Er rezitiert das Luksaevangelium: „Und die Hirten kehreten wieder um und preiseten und lobeten Gott um alles, das sie gesehen und gehöret hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.“ Daher heute das Bild des winterlichen Tröbnitz. Die Hirten sind nun weg von der Krippe, ab ins Dorf, ab ins Leben, ab in den Alltag. Feiertag und Alltag sind ein untrennbares Gespann!
Mensch: „Die Hirten kehrten wieder um!“ Das klingt schon etwas wie ein Rausschmeißer aus der andächtigen Krippenanbetungsstimmung. Es geht eben auch mal wieder los mit der alltäglichen Arbeit. Ist zwar anstrengend, aber auch ganz gut so. Jeden Tag Weihnachtgans macht eben fett und träge.
Gott: Die Feiertage habe ich mir so als eine Art Tankstelle oder Ladesäule gedacht, manchmal reicht der Sonntag alle sechs Tage eben auch nicht aus, um zur Ruhe zu kommen und aufzuladen. Doppelt schade ist es, wenn ich zusehen muss, wenn dann am Sonntag oder Feiertag noch von vielen die schweißtreibenden Arbeiten durchgezogen werden müssen, die so über die Woche oder Wochen liegen geblieben sind. Das endet nicht selten in so einem Ausgebrannt-Sein.
Mensch: Ich gönne mir heute am „abgeschafften“ 3.Weihnachtsfeiertag mal einen von den ausgedehnteren Besuchen im Wald und höre mal, was die Vögel und der Wind so für mich als Oratorium komponieren. Das Lied nehme ich dann mit in den Alltag.
Gott: Ich bin dabei.

Achtsam werden

28. Dezember 2021
Mensch: Ich habe beute etwas Schreckliches im Radio gehört. In Kanada gab es vom 18. Jahrhundert bis 1996 sogenannte Residential Schools (Internatsschulen), in denen Kinder aus Familien der nordamerikanischen Ureinwohner zur kanadischen Kultur umerzogen wurden. Sie wurden einfach aus den Familien weggenommen und dann in diesen staatlichen Internatschulen, die zum großen Teil von christlichen Ordensgemeinschaften geleitet und betrieben wurden, untergebracht. Begründung für den Entzug der Kinder war, dass sie sich dort nicht richtig entwickeln könnten.
Nun wurden auf dem Gelände einer Schule die sterblichen Überreste von 215 Kindern und Jugendlichen gefunden, die dort teilweise gewaltsam zu Tode gekommen sind. Im Kalender habe ich gelesen, dass heute der „Tag der unschuldigen Kinder“ ist, wo aller Kinder gedacht wird, die Gewalt und Tod erleiden mussten, angefangen vom sogenannten Kindermord des Herodes bis zu diesem fürchterlichen Geschehen in Kanada.
Gott: Es tut mir wirklich unendlich weh, was Menschen in meinem Namen für Verbrechen begehen und immer noch der Meinung sind und bleiben, dass sie mir damit einen Gefallen tun würden, wenn sie Kinder mit Zwang und Druck zu Christen meinen machen zu müssen.
Mensch: Wie kann so etwas nur immer wieder passieren?
Gott: Weil zu viele wegschauen, wenn es eigentlich alarmierende Signale gibt, die ernst genommen werden müssen und auf den Tisch kommen sollten. Das geht oft tief in Familien hinein und setzt sich in der Politik in der Gesellschaft fort.
Mensch: Aber wie könnte man das ändern oder verhindern?
Gott: Aufmerksam sein! Wahrnehmen! Achtsam reagieren! Vielleicht müsst ihr Menschen das wieder ganz neu lernen.
Eine kleine Übung hätte ich da für dich: Einfach mal auf einer Wiese im Frühling oder Sommer mitten ins Gras legen und dann genau aufpassen - für vielleicht 10 Minuten, welches Getier so alles über deinen Körper „stolpert“ oder drüber fliegt und zählen, wieviel Krabbeltiere oder Überflieger es in diesem Zeitraum so gibt. Wenn du gut bist, kannst du vielleicht auch dir merken, wieviel verschiedene Arten es so sind und die Krone der Achtsamkeit wäre ja, wenn du wenigstens ein paar der Namen der einzelnen Arten rausbekommst und dir dann noch merkst.
Mensch: Und was würdest du für den Winter empfehlen?
Gott: Was immer geht: Stell dich in den Wald und lausche den Vögeln. Wer ist alles auch noch da, dort in diesem Moment in diesem Waldstück? Welche Vogelstimmen hörst du? Welche kannst du sogar fliegen sehen?
Im Wald zwischen Geisenhain und Oberbodnitz hab ich eine Stelle entdeckt, wo die kleinen Wintergoldhähnchen unterwegs sind und sich recht bereitwillig beim Futtersuchen an den Stämmen und in den Zweigen der Kiefern und Fichten beobachten lassen.
Mensch: Den Namen hab ich ja noch nie gehört!
Gott: Das ist ja ein Grund aufmerksamer zu werden. Deshalb fand ich auch dieses selbstgemalte Schild auf dem Kalendertürchen toll, dass ich an einer Straße entdeckt habe. Da hat jemand offensichtlich wahrgenommen, dass dort ständig Rebhühner von einer Seite auf die andere müssen und wollte den Autofahrern so die Aufmerksamkeit schärfen. Not erkannt, Aktion gestartet!
So ändert sich was. Artenschutz und Naturschutz fangen da an, wo ich erst mal wahrnehme, wer noch alles mit mir hier so lebt und ich mit die Mühe mache, mir die Namen meiner „tierischen oder auch pflanzlichen Nachbarn“ zu besorgen und zu merken. Dann gehe ich automatisch achtsamer mit ihnen um. Es ist dann eben nicht nur ein Vogel, sondern das Wintergoldhähnchen, nicht nur Gras, sondern das Wiesenlieschgras.
Mensch: Du bist schon ein komischer Vogel – aber in deiner Art irgendwie liebenswert.
Gott: Gut, ich beantrage umfassenden Artenschutz! Aber Spaß beiseite: Wenn du das auch tiefsten Herzens zum Wintergoldhähnchen oder zum Rebhuhn sagen kannst, bist du einen Schritt weiter gekommen, dass du weniger wegschaust, wenn du hinschauen und aktiv werden musst. Mit der Achtsamkeit für andere Menschen klappt es dann auch viel besser und es erhöht sich die Chance, dass es auch weniger unschuldige gestorbene Kinder gibt, derer man am 28. Dezember gedenken müsste. Und GEDENKEN heißt nicht seufzen, sondern GEDANKEN darüber machen wie DU aktiv HANDELN kannst!
Startloch

29. Dezember 2021
Mensch: Seit dem 21. Dezember geht es wieder aufwärts. Die Tage werden länger. Aber auf die blühenden Winterlinge werden wir noch warten müssen. Da kommen sicher noch einige Schneedecken, die sich über die Erde legen werden.
Gott: Aber mein Geburtstag ist schon ein Wendepunkt. Pro Tag wird es ungefähr so zwei Minuten früher hell. Das ist noch nicht so richtig spürbar, aber im Verborgenen tut sich was.
Mensch: Ja, wenn die Winterlinge dann die Schneedecke durchstoßen, ist es vorbei mit dem Winter, auch wenn er nochmal für begrenzte Zeit reinschneien kann. Und es ist auch irgendwie schön zu wissen, dass das so kommen wird. Dass die Frühblüher schon am Kraft sammeln sind und sich in den Startlöchern befinden.
Gott: Genau so ein Startloch in der Schneedecke hab ich dir heute mitgebracht. Ich möchte es mit der Einladung an dich verbinden, etwas im momentanen Schnee deines Lebens zu kratzen und so ein Startloch für das neue Jahr vorzubereiten. Spiele doch schon mal im Geist den frühblühenden Winterling, der in den Startlöchern ist! Welche Blüten willst DU in diesem neuen Jahr treiben? Wohin möchtest du wachsen, dich entwickeln?
? Bitte sei auf der ganzen Linie völlig UNrealistisch: Trau DIR und MIR was zu! Lass deine Träume ganz ungehemmt Blüten treiben!
Auge und Händchen haben

30. Dezember 2021
Gott: Na, ist gestern noch ein Strauß mit solchen prächtigen Blüten herausgekommen?
Mensch: Am Ende waren tatsächlich auch solche tollen Sommerblüten dabei. Allerdings ist es mir zuerst nicht so gut gelungen, meine Traumblüten für das neue Jahr durch den Schnee schießen zu lassen. Aber irgendwie sind dann erst mal Blüten aufgetaucht, die mich daran erinnert haben, was in diesem Jahr alles so bei mir aufgeblüht ist.
Gott: Das freut mich ja, wenn es keine lange Jammerliste geworden ist. Trotz der Lasten, der Sorgen und Einschränkungen, die ja wie so ein Deckel alles etwas schaumgebremst gemacht haben.
Mensch: Es sind eben noch mal ganz andere Dinge als sonst wichtig geworden. Wenn gewisse selbstverständliche Freiheiten plötzlich nicht mehr da sind, dann lerne ich sie wieder neu zu schätzen. Moment mal! Der Strauß und die Tischdecke auf dem Foto kommen mir irgendwie bekannt vor...
Gott: Wundert mich nicht. Ich war auch auf deinem Sommerfest 2019, als du mit ein paar Leuten im Garten gefeiert hast. Einer deiner Gäste ist durch den Garten gehirscht und hat aus dem, was da geblüht hat, diese wundervollen Sträuße arrangiert.
Mensch: Ja, er hat ein Auge und ein Händchen dafür. Wir waren alle begeistert.
Gott: Mensch, du sprichst mir aus der Seele! Das wünsche ich dir für 2022. Dass du dein Auge und dein Händchen für die Blüten in im Garten deines Lebens entdeckst und dass es so viele werden, dass du mit vollen Händen sogar noch einige Sträuße verschenken kannst.
Mensch: Ja, ich wusste gar nicht, dass ich so schöne Blumen im Garten hatte. Es brauchte erst jemanden, der die vorhandene Schönheit sieht, pflückt und zusammenbringt und leuchten lässt.
Gott: Dann wünsche ich dir in diesem Sinne immer wieder ein gutes Arrangement. Wenn es bei dir mal nicht so recht damit klappen sollte, werde ich mal den Gast im Garten spielen und versuchen, für dich was Schönes zu arrangieren. Ich habe zwar nicht nur ein Auge für dich, aber eben auch für dich!
Mensch: Das Händchen ist ja auch noch da!
Gott: Du hast es er-fasst!
Nebelscheinwerfer Gottes
1. Januar 2022
Mensch: Ich habe mir gerade mal die Jahreslosung für das Jahr 2022 angeschaut. Da sagt Jesus einen echt krassen Satz: „Wer zur mir kommt, den werde ich nicht abweisen!“ (Johannes 6,37)
Bei Jesus, Dir und dem Heiligen Geist scheint es echt keine Vorurteile zu geben!
Gott: Wenn es keine Urteile gibt, dann gibt erst recht keinerlei Vorurteile!
Mensch: Wir sind ja in den letzten Tagen des alten Jahres ganz gut zusammen gekommen. Ich fühle mich schon irgendwie näher dran an dir. Hätte ich echt nicht gedacht...
Gott: Na, wir haben eben uns jeden Tag zumindestens einmal unterhalten. Du bist gekommen und hast an mein Türchen geklopft und warum sollte ich dich dann abweisen!?
Mensch: Es gibt da ja so ein Sprichwort. Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht!
Gott: Das würde ich sofort unterschreiben. Sehe ich auch so!
Mensch: Aber das ist doch ein Widerspruch zu dem, was da im Johannesevangelium steht!
Gott: Also für mich hängt es an einem Buchstaben. Dem „s“ bei „alles“. Ich bin nicht für „alles“ offen, aber für „alle“! Ich mache nicht jeden Mist mit, aber jedem Menschen, mache ich die Tür auf, egal ob er Mensch nach dem Format von Mutter Teresa ist oder einer nach dem Format Adolf Hitlers.
Mensch: Echt. Soweit würdest du gehen? Aber Leuten, die nach Hitlers Format sind, solltest du nicht noch Raum geben!
Gott: Na es kommt drauf an, welche Strategie man wählt, um jemanden zu erreichen. Meine Erfahrung ist, das Abstempeln gar nichts bringt, dann wiederholt sich nur ein teuflischer Kreislauf und der Mensch kommt aus seinem Format, in das er sich entwickelt hat, nicht mehr heraus. Dann bestätigt er eben weiter den Stempel des Bösen, der ihm tagtäglich verpasst wird.
Mensch: Du willst also einen Unterschied machen zwischen dem, was ein Mensch tut und der Person an sich.
Gott: Ja, die Mitte eines Menschen, sein ICH kann ich nur erreichen, wenn er erst mal ohne Vorbedingungen kommen darf und ich mit ihm ins Gespräch komme. Leider reicht selbst diese offene Tür oftmals nicht aus, dass derjenige kommt. Manchmal ist es so wie ein Nebelschleier, der über der Seele eines Menschen liegt und ich muss lange Zeit meine Sonne scheinen lassen, damit der Nebel sich lichtet und neue Konturen erkennbar werden. Und in viel zu vielen Fällen bleibt der Nebel dicht. Könnte sein, dass ich dich im Laufe dieses neuen Jahres da mal versuche als zusätzlichen „Nebelscheinwerfer“ mit einzuspannen...

Pilzwanderung

2. Januar 2022
Gott: Zweiter Tag des neuen Jahres! Ich hoffe dein Jahr lässt sich gut an!?
Mensch: Ja durch den Feiertag schon. Hab nen Ruhigen gemacht.
Gott: Deshalb habe ich mir das mit den Feiertagen ja ausgedacht. So ein gewisser vorgegebener Rahmen ist manchmal ganz gut, damit Mensch sich drauf einlassen kann, mal nen Ruhigen zu machen. Was heißt dass denn für dich: „nen Ruhigen zu machen“ ?
Mensch: Gibt sicher ein paar Möglichkeiten, was das bedeutet: sich nen ruhigen Tag machen, nen ruhigen Menschen für den Tag abgeben, eine beruhigende Ausstrahlung haben. Das würde mir ganz spontan einfallen.
Gott: Das Bild mit dem Waldweg und den scheinbar zufällig über den Weg wandernden Pilzen, steht für mich irgendwie für diese Zwölf Heiligen Tagen und Nächte, die ich für euch von der Christvesper am 1. Heiligen Abend bis zum zwölften Heiligen Abend am 6. Januar, dem Epiphaniasfest eingerichtet habe.
Mensch: Die weißen Pilze könnten die verkappten Weisen aus dem Morgenland sein, die auf dem Weg sind, um den schönen Palast zu finden, indem der neue Retter geboren sein sollte.
Gott: So abwegig ist der Gedanke gar nicht. Die stattlichen Fichten geben die Wegrichtung sehr deutlich und sicher vor. Hinten wird es heller, wie so ein Licht am Ende des etwas dunkleren Fichtenwaldtunnels. Die Pilze haben es einfach mal gewagt, sich auf diesen Weg zu machen.
Mensch: So wie die Weisen...
Gott: Genau, ein paar grüne Pflanzen sind gefolgt oder waren schon vorausgewachsen.
Mensch: Es ist so eine Bewegung drin. Und keiner der Pilze ist umgetreten worden. Offensichtlich ist auf diesem Weg nicht viel los. Es geht hier keiner lang.
Gott: Oder es sind sehr achtsame Menschen, die diesen Weg benutzen. Meine Kalendertürchen im Advent und zu Weihnachten wollen so einen Weg auftun, wie die Fichten ihn für den Blick hier freigeben. Selbst die Pilze und die Pflanzen konnten nicht widerstehen und sind auf diesen vorgezeichneten Weg eingeschwenkt. Bei den Weisen hieß es ja: Sie haben einen Stern gesehen und haben alles stehen und liegen gelassen und sind los. Ich hab mich echt gefreut, dass dir das seit dem 1. Dezember schon ab und zu auch gelungen ist. Du bist öfter mal eingeschwenkt und ich habe dir was ein-geschenkt. Weil du mal zehn Minuten stille gehalten hast, war dein Kopf da wo er hingehört und ich konnte etwas von dem rüberbringen, was sonst oft an dir abgeperlt ist.
Mensch: Es heißt nicht umsonst: Der Weg ist das Ziel. War für die Weisen womöglich auch so. Du hast mir schon ganz ordentlich „eingeschenkt“. Es stimmt: Ich fühle mich wirklich beschenkt. Viel öfter habe ich solche Atemhol-Orientierungs-Wanderpausen hingekriegt. Danach war ein ganz anderes Weitergehen!
Wüstenbrot
3. Januar 2022
Mensch: Das sieht ja toll aus das Brot da auf der linken Seite! Da möchte ich gleich mal probieren. Letztens habe ich bei jemanden ein selbstgebackenes Brot gegessen, dass mit Natursauerteig gebacken war und mehr als 24 Stunden Gehzeit hatte. Es ist wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht vom Geschmack her. Ich konnte gar nicht mehr aufhören mit Essen und wollte gar nichts dazu essen oder draufschmieren, weil das Brot an sich so einen guten eigenen Geschmack hatte.
Gott: Ich weiß auch nicht, warum ihr es so eilig habt mit dem Brot backen und das so industriell machen müsst, nur damit es nen Euro billiger wird, aber deutlich schlechter schmeckt und nicht so gesund ist, wie es sein könnte.
Mensch: Also ich kaufe seitdem nur fast nur noch Brot aus ökologischem Anbau, was mit Natursauerteig gebacken wurde.
Gott: Das ist schon mal eine gute Investition, um den Klimawandel zu bremsen. Aber da müssen noch ein paar mehr Leute außer dir einsteigen, damit es mehr bringt.
Mensch: Aber was ist denn das auf der rechten Seite des Bildes? Sieht wie eine Wüstenlandschaft aus!
Gott: Du wirst es nicht glauben, dass ist auch ein Brot. Ein Fladenbrot. Was wie eine Wüste aussieht, kann sich durchaus zu etwas kraftspendendem wie einem Brot entwickeln, es kommt auf den Blickwinkeln an, wie beim Fotografieren. Durchs nahe Herangehen, sieht es wie eine Wüste aus, mit etwas mehr Abstand, wäre es klar als etwas Nahrhaftes zu erkennen gewesen.
Mensch: Manchmal braucht es einen gesunden Abstand, um etwas ganz neu zu betrachten und zu verstehen und Energie draus ziehen zu können.
Gott: Mit dem Menschen, die in der Bibel von mir erzählen, war ich oft in Wüsten unterwegs. Oft haben sie erst in der Wüste, als sie auf Vieles verzichten mussten, Erfahrungen gemacht, die ihnen geholfen haben, sich neu zu orientieren. Weniger haben, mal was weglassen, um etwas neues Nahrhaftes zu entdecken.
Mensch: Auch in der Wüste kann eine längere Gehzeit also etwas Fruchtbares bewirken.
Gott: Ich gehe ja mit, gerade, wenn sich dein Weg wie eine trockene kraftzehrende Wüste anfühlt.

Schirmsuche

4. Januar 2022
Gott: Heute habe ich mal tolles Gebet aus dem Buch der Psalmen für dich rausgesucht. Lies dir doch mal den Psalm 91 durch. Passt gut in die ersten Tage des neuen Jahres finde ich:
Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem HERRN: „Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest. Er wird dich mit seinen Fittichen decken, / und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht, vor dem Pfeil, der des Tages fliegt, vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt. Wenn auch tausend fallen zu deiner Seite / und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen.“
Mensch: „Unterm Schirm des Höchsten sitzen!“ Da passt der „Riesenschirmpilz“ auf dem Foto ja gut dazu.
Gott: Ja, aber er hat seinen Schirm noch nicht entfaltet. Daher lade ich dich ein, den Schirm mal so in deinem Herzen, sich entfalten zu lassen.
Such dir doch mal das Wort, in diesen Psalmversen raus, dass dich am meisten anspricht. Das schreibst du dir dann auf einen Zettel und nimmst es auf diese Weise mal in den inneren Blick und lässt einfach mal deine Gedanken dazu aufsteigen. Was bedeutet dieses Wort für dich in deinem bisherigen Leben und vielleicht auch für das, was du noch vor dir siehst.
Mensch: Eine interessante Art des Pilze-Suchens. Ich lass mich drauf ein!
Farbenblind
5. Januar 2022
Gott: Ich habe mir gestern übrigens auch ein Wort gewählt aus dem Psalm 91, was bei mir hängen geblieben ist: Fittiche. Da freut sich der Betende ja, dass ich ihn unter meine Fittiche nehme.
Mensch: Daher also heute das Bild mit der Glucke, die das Küken unter ihren Fittichen versteckt und wärmt.
Gott: Ja, aber das ist noch nicht das Besondere an diesem Bild. Schau dir das Küken mal genau an und danach die Henne...
Mensch: Das Küken ist dunkelbraun, die Henne ist goldgelb. Kenne mich mit Hühnern aber nicht so gut aus,. Daher weiß ich nicht, ob das verwunderlich ist.
Gott: Du hast gut beobachtet. Die Zwerghuhnhenne hat ein Ei von einer anderen Hühnerrasse ausgebrütet und kümmert sich nun wahrhaft mütterlich um das kleine Ding, obwohl sie eigentlich nichts Verwandtschaftliches mit ihm zu tun hat – außer dass es eben auch ein Huhn ist.
Mensch: Dann wurde ihr sozusagen ein Kuckucksei untergeschoben!
Gott: Na, das hört sich so ein bisschen negativ an. Die Henne brütet eben einfach alles aus, was ihr aus einem wichtigen Grund untergeschoben wird und fragt nicht nach dem äußeren Erscheinungsbild wie der Farbe. Für solche Äußerlichkeiten ist sie glücklicher Weise farbenblind und kümmert sich mit vollem mütterlichen Aufwand und Einsatz um das fremde in ihr Nest eingewanderte Ei. Ganz instinktiv fängt sie einfach an, sich zu kümmern und macht es nicht von der Herkunft des Kükens abhängig, ob es ihre Fittiche über ihm ausbreitet.
Mensch: Dieser Instinkt funktioniert bei vielen Menschen streckenweise gar nicht mehr, da muss man nur ins Grenzgebiet zwischen Belarus und Polen schauen. Da schauen viele zu wie Menschen zu erfrieren drohen und sagen: „Selbst schuld!“
Gott: Mit diesem Bild möchte ich meinen Wunsch auch an dich verbinden, dass du mir in diesem Jahr hilfst, Fittiche auszubreiten: Schutzsuchende aufzunehmen, Frierende aufzuwärmen, Hungernde zu versorgen und Schwache zu stärken. Es wird ein paar Gelegenheiten geben, wo ich dringend eine mütterlich sorgende Henne brauche, der ich ein paar Eier und schutzbedürftige Küken unterschieben kann ohne dass sie ihren scharfen Schnabel als Abwehrwaffe einsetzt oder sich in ihrem warmen Nest hinter Stacheldraht verbarrikadiert.
Mensch: Ist manchmal leichter zugesagt, als dann getan.
Gott: Daher heute das große kleine Zwerghennenvorbild: Es gibt Lebewesen, die kriegen das hin!
Mensch: Gut, dann versuche ich es, im beschriebenen Sinne farbenblind zu werden.n. Sie geht zwar am Rollator, aber ist geistig topfit!
Gott: Aber die Leute auf dem Bild in diesem marokkanischen Hafen lassen sich irgendwie anders gehen, finde ich. Das ist nicht das, was deine Oma meint!
Mensch: Die Schiffe kommen und gehen, das Leben kommt und geht. Warten wir mal was kommt... So sehen die aus. Die lassen sich schon irgendwie gehen...
Gott: Es scheint aber auch gerade nichts Geschäftiges zu tun zu geben. Warum sollten sie dann auch geschäftig hin und her rennen?
Mensch: Offensichtlich können sie es sich leisten, einfach so im Hafen rumzuhängen.
Gott: Leistest du dir das nie? Ich finde ja, du hättest es durchaus verdient. Du bist immer sehr geschäftig am Tun und Machen. Wenn ich dich so tagsüber begleite, manchmal komme ich sogar außer göttlichen Atem, weil du wie ein Wiesel hin und her springst. Dann ist es eine geradezu akrobatische Aufgabe, dir - wie versprochen - immer nah zu sein! Wenn es bei dir ein bisschen ruhiger im Alltag zuginge, dass würde meinen göttlichen Atem etwas beruhigen!
Mensch: Ok, wir machen einen Deal. Ich leiste mir in diesem Advent mal jeden Tag so eine Rum-Häng-Sache! Dann hast du nicht so einen Stress mit mir! Würd ich für dich machen!
Gott: Wir können die Rum-Häng-Sache auch gerne gemeinsame ATEMPAUSE nennen oder als unser gemeinsames ATEM-HOLEN bezeichnen. Klingt besser und fühlt sich nicht so an, als ob wir dabei ein schlechtes Gewissen haben müssten. Mach es doch für dich und für mich und für uns! Wir suchen wie die Leute im Hafen dort einfach so einen Lieblingsplatz, wo wir mal - wie du sagst - einfach zweckfrei rumhängen und geniessen, dass die Zeit verstreicht.
Mensch: Du würdest dich dazu herablassen mit mir so einfach rumzuhängen?
Gott: Naja, herablassen, würde ja heißen, dass ich mich vom Himmel zu dir herablasse, aber ich bin ja eh mehr hier unten bei dir Mensch als im Himmel, also würde es dieses Wort nicht treffen. Sagen wir mal ich könnte es genießen, Dir beim Rumhängen Gesellschaft zu leisten und mal wieder in Ruhe mit dir zu quatschen.
Mensch: Dann vereinbaren wir also eine „Genuß-Zeit!“
Gott: Dieses Wort ist Musik in meinen Ohren! Ich werde dich erinnern!
Mensch: Eigentlich bin ich ja auch ein Genießer! Aber danke, dass du mich dran erinnert hast!

Könige unterwegs
6. Januar 2022
Mensch: Jetzt geht unsere „Türchen-Zeit“ durch den Advent und über die „Zwölf Heiligen Nächte“ ja wirklich zu Ende.
Gott: Na, wie man es nimmt. Das hast du in der Hand, im Auge, im Fuß, im Herzen…
Jedenfalls unter dem Link im Internet werden keine Türchen mehr aufgehen. Aber wir beide können ja ganz real weiter miteinander unterwegs sein, die digital gestalteten Türchen waren ja nur zum „Anfüttern“ gedacht. Vielleicht nimmst du dir jetzt mal auf ganz analoge normale Weise Bilder, die dich anregen, mit mir ins Gespräch zu kommen und andere Räume zu betreten, wo du etwas einüben kannst, was Kraft gibt und dich in deiner Mitte hält.
Mensch: Aber mit den Fotos war es schon einfacher!
Gott: Ich bleibe dabei. Du hast alles dabei, was du brauchst um „meine Türchen“ im realen Leben zu entdecken. Alle deine Sinne kannst du gebrauchen und dich anhalten und ansprechen lassen: draußen in der Natur, unter Bäumen im Wald, von den Blumen, von den Tieren und anderen Menschen oder einem Stern am Abendhimmel, so wie es von den drei Weisen erzählt wird.
Mensch: Ja heute ist das „Fest der Heiligen Drei Könige“. Das Ende der Weihnachtszeit.
Gott: Aus den drei Weisen, den Gelehrten, sind im Laufe der Zeit in der Überlieferung Könige geworden. Der Name in der evangelischen Kirche ist eigentlich ja ein anderer „Epiphanias – Fest der Erscheinung des HERRN“. Das bedeutet mal salopp gesprochen: „Jetzt kommt der kleine Jesus aber ganz groß raus! Er erscheint der ganzen Welt und nicht nur im Provinzstall in einem orientalischen Dorf. Jetzt geht er los und lässt seine ganze Kraft erscheinen. Er wird ein Star! Er scheint als Stern am Himmel, der nicht zu übersehen ist und die Menschen, die hinsehen und ihn wahr-nehmen, machen sich auf, einen neuen Weg zu entdecken und den Retter an-zu-beten. Wenn ich es mal nicht so fromm ausdrücke: Sie entdecken auf ihrem Weg, dass sie sich gut mit mir unterhalten können und ihnen dabei öfter mal ein Licht aufgeht. Das beleuchtet dann den nächsten Schritt, gibt Mut zum Losgehen oder zum Weitergehen oder eben auch zum Umkehren.
Mensch: So ähnlich war es auch bei mir in den Tagen seit dem 1. Dezember. Ich glaube mein Kopf sitzt wieder fester im Sattel. Es gab weniger Zeiten, wo ich „nicht wusste, wo mir der Kopf steht“.
Gott: So ein paar Wahrnehmungsübungen mit allen Sinnen können helfen, den Kopf da festzuhalten, wo er sein sollte. Schön, wenn du diese gute Erfahrung gemacht hast. Beim letzten Kalenderbild bin ich heute wieder bei den Hühnern gelandet. Die drei Zwerghühner, die da ihren Spaziergang machen, sind ein gutes Bild für lebenslustiges Unterwegssein. Diese neugierige Offenheit, dieses Scharren auf dem Weg und auch mal daneben, das ständige Suchen nach kleinen Stärkungen und dann auch mal das genüssliche Liegen in der Sonne und das Ausbrüten wichtiger Lebensprojekte aus vielleicht sogar noch ganz ungelegten Eiern...
Mensch: Wahrscheinlich denke ich jetzt immer an dich, wenn ich ein Huhn oder eine Katze oder auch ein Schwein sehe!
Gott: Dann würde ich Schwein haben, denn es wären schon mal drei Gelegenheiten, die uns beide wieder ins Gespräch bringen.
Mensch: Das scheint ganz so.
Gott: Wenn es „so scheint“ dann kannst ja getrost jeden Tag zu einem „Fest der Erscheinung des HERRN“ in deinem Alltag machen! Und selbst eine gute Erscheinung abgeben!
Mensch: Jetzt geht’s los!
