Donnerstag - Reinknien

Der Sache sollte ich mal auf den Grund gehen…
Wenn man zu diesem Schluss gekommen ist, dann kann es nötig werden, dass drei Leute sich da richtig reinknien müssen. Alle Aufmerksamkeit gehört der Sache, der man auf den Grund gehen muss. Denn sonst ist “Ende-Gelände” und das Auto steht. Weiterfahrt unmöglich. Manchmal zwingt uns so ein Problem mächtig in die Knie. Schön ist es, wenn sich tatsächlich noch jemand mit reinkniet und ich mich nicht ganz alleine der Sache annehmen muss. Weihnachten feiern wir, dass es für den großen Gott einen Grund gibt, sich in meine Sachen tief reinzuknien. Wenn ich betend knie, kniet sich der Angebetete bereits in mein Problem rein und arbeitet mit mir gemeinsam an einer guten Weiterfahrt. “Beten” ist nur ein anderes Wort für “der Sache auf den Grund gehen” und “den Motor wieder flott machen” !
Nachlesen
Psalm 147, 3
Momente
Sammle deine „Kniemomente“, die dir einfallen: im Beet knien…, vor einem Menschen knien…, vor Schmerz in die Knie gehen…, vor Gott knien…, in die Arbeit knien…, mit jemandem zusammen knien… Wie hat sich das in diesen Situationen angefühlt? Welche Worte als Überschrift für den einzelnen Moment fallen dir ein?
Vertiefen
Wie ist das eigentlich, wenn mein Körper in die Tiefe geht? Such dir doch mal einen bequemen Ort, wo du gut knien kannst. Spüre den Druck an deinen Beinen, wie unterschiedlich er am Knie, am Schienbein, am Fußrücken oder auch an den Zehen ist. Welche Teile deines Körpers sind am Knien eigentlich so beteiligt? Welche Muskeln sind noch angespannt, welche entspannt, wie ist der Unterschied, wenn du aufrecht kniest oder wenn du dich richtig herunterbeugst zum Boden? Wie verschieden wirkt die Anstrengung?
Nimm doch einmal wahr, was da so zu sehen ist, was du von oben im Stehen gar nicht sehen konntest. Wenn du draußen auf einer Wiese kniest, wirst du vielleicht die Gräser viel genauer sehen oder kleine Tiere, die unterwegs sind und die aufpassen müssen, wenn du stehend oder laufend unterwegs bis. Wenn du kniest, kannst du besser Rücksicht nehmen. Du kannst tiefer sehen. Zu Hause entdeckst du vielleicht, dass du mal wieder klar Schiff machen musst, weil dir ein paar Fasern und Fusseln in den Blick fallen. Nimm einfach wahr, was ist. Vielleicht hat REIN-knien ja wirklich auch etwas mit REINIGUNG und Ordnung schaffen zu tun. Genieße, dass du näher dran an dem, was der Reinigung und Klärung bedarf! Nimm es wahr, hebe es auf!
Rauslassen
Gott, ich weiß, du wartest nicht darauf, dass ich vor dir in die Knie gehe.
Du kniest dich zu mir und nimmst mich wahr!
Ich vertraue darauf: Meine Probleme sind auch deine Probleme.
Knie dich mit rein! Alleine komme ich nicht klar!
Ich sage dir jetzt, wo es bei mir gerade überhaupt nicht rund läuft,
wo ich leer laufe, weil alle Kraft im Boden versickert,
ja wo ich selbst zu versinken drohe: ……………………
Jetzt weißt du alles.
Was mich belastet, liegt jetzt nicht mehr nur in meinen, sondern auch in deinen Händen.
Es lastet nicht mehr nur auf meinen Schultern.
Das fühlt sich leichter an als vorher.
Wenn du dich mit in meine hintersten Ecken reinkniest,
dann kann ich die Kurve kriegen und wieder rund laufen.
Amen. So soll es sein!
Anpacken
Da ist irgendwo gerade jemand ganz unten... Du siehst es. Lauf nicht vorbei! Knie dich rein! Du wirst gebraucht! Deine Hilfe wird erwartet!