Dienstag

Dienstag - Gut da stehen

Stand haben
 

Einfach so.

Da stehen.

Sommers knospend wachsen.

Winters rauh reifen.

Zeiten und Gezeiten überstehen

und drüber hinaus wachsen.

Rauhes und Lindes

in Baumringen aneignen.

Da stehen.

So einfach.

 

 

Hineinschauen

 

Ein heller Schein kämpft gegen den dunklen Anschein. Ein Schein gibt Gewißheit. Er zertifiziert. Eine Heiligsprechung bescheinigt: Das war ein guter Mann , eine gute Frau.

Menschen, die Licht ins Dunkel bringen, sind Heilige. Sie werden mit einem Heiligenschein wahrgenommen.

Wo ist mein Heiligenschein? Wann und wo hat ihn jemand schon mal bewundert? Sehe ich ihn noch oder die anderen? Hab ich ihn vielleicht verstauben oder gar ergrauen lassen in dieser hinter mir liegenden Woche?

Wann und wo konnte er aber aufblitzen und eine Schlüsselrolle spielen?

Heilige mit einem Schein sind zertifizierte Schlüsselfiguren. Sie haben in ihrem Leben bewiesen, dass sie anderen Menschen das Leben aufschließen können. Sie haben den Anderen gut im Blick und setzen ihre Kraft ein, um Anderen Wege zu eröffnen. Sie sind angestiftet durch den, der ihr Leben als Freund und Begleiter immer wieder aufgeschlossen und dunkle Wegstrecken erleuchtet und ihnen innere Flügel verliehen hat.
 

Aufschlüsseln
 

Nimm dir mal deinen Schlüsselbund zur Hand. Was sind da so für wichtige Schlüssel dran? Welche wichtigen Räume öffnen sich da für dich? Was bedeutet dir dein Zuhause, dein Büro, dein Garten, dein Auto, dein Fahrrad, der Briefkasten…?

Mach mal einen Schlüssel nach dem anderen ab und leg ihn beiseite, dass du ihn nicht mehr sehen kannst?

Was fehlt dir jetzt? Wenn du deine Wohnung nicht mehr aufschließen kannst. Wenn du das Auto, das Fahrrad nicht mehr aufschließen könntest?

Jetzt nimm dir ein paar Papierschnipsel und schneide dir ganz grob ein paar Papierschlüssel dem Umriss nach zu. Dann beschriftest du sie mit dem, was du noch gerne aufschließen möchtest heute oder in den nächsten Tagen oder überhaupt in deinem Leben. Welche Räume sind noch so verschlossen, dass du noch nach dem geeigneten Schlüssel suchst?

Wer könnte dir helfen, diesen Schlüssel zu finden oder herzustellen, wer hat ein geeignetes Werkzeug, wer hat Erfahrungen? Wem kannst du vertrauen? Wer ist eine Lichtgestalt? Wer verleiht dir Flügel? Wer steht neben dir oder stärkt dir den Rücken, geht dir voraus? Wer sind meine Schlüsselfiguren? Wenn dir nicht so schnell jemand einfällt, kannst du in der nächsten Woche ja wieder dir für diese Suche Zeit nehmen? Oder du versuchst diese Schlüsselfigur mal zu beschreiben, wie du dir diese Figur vorstellst und wünschst. Vielleicht wirst du dann im Alltag besser auf sie aufmerksam. Oder du nimmst einfach mal Gott, Jesus oder den Heiligen Geist und machst ihn zu deiner Schlüsselfigur und steckst einen symbolischen Schlüssel für ihn an deinen Schlüsselring.

Wenn du mal im Alltag nicht weiterkommst, nimmst du den Schlüsselbund heraus, legst ihn vor dich und sagst zu Gott, Jesus, dem Heiligen Geist: „Ich komme nicht weiter. Ich brauche dich, Gott, als meinen Schlüssel!“

Rede mit ihm über die Türen, die verschlossen sind und die Sackgassen, in die du geraten ist. Bitte ihn um sein Licht, seine Lichtboten, Schlüsselfiguren, seinen heiligen Schein!

 

Vielleicht können auch Worte oder Gegenstände an diesem Schlüsselring aufgefädelt werden, wie ein Rosenkranz, der immer wieder durch die Hände gleitend gebetet werden kann. Hier dazu ein paar Vorschläge:
 

Das „Nada te turbe“ wird wohl nicht korrekter Weise der spanischen Mystikerin und Heiligen Teresa von Avila (1515-1585) zugeschrieben:
 

Spanisches Original

 

Nada te turbe

nada te espante,

todo se pasa;

 

Dios no se muda,

la paciencia

todo lo alcanza:
 

quien a Dios tiene

nada le falta:

solo Dios basta.

 

Übersetzungsversuch:
 

Nichts muss dich ängstigen,

nichts dich erschrecken

alles kommt und geht und kommt;
 

Gott geht nicht weg,

besonnenes Überwinden

findet alles in dem Alles

 

Wer an Gott festhält,

dem fehlt nichts

erst mit Gott bin ich genug.

 

Lies den Psalm 23 aus der Bibel! (Lutherübersetzung 2017)
 

1 Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. 3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. 4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. 5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. 6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.  
 

Such dir deinen Taufspruch und Konfirmationsspruch oder einen anderes Bibelwort, was dich begleitet hat oder begleiten kann! Mach dich wieder bekannt mit diesen Worten!
 

Such dir ein Symbol, was dich am Heiligen festhalten läßt, z.B. ein kleines Kreuz aus Olivenholz oder ein Bild, was dich erleuchtet!

 

Aufhorchen
 

Osterevangelium, Markus 16,1-8, (Übersetzung: Hoffnung für alle)

 

1 Am Abend, als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Salome und Maria, die Mutter von Jakobus, wohlriechende Öle, um den Leichnam von Jesus zu salben. 2 Früh am Sonntagmorgen, gerade als die Sonne aufging, kamen die Frauen damit zum Grab. 3 Schon unterwegs hatten sie sich besorgt gefragt: »Wer wird uns nur den schweren Stein vor der Grabkammer beiseitewälzen?« 4 Umso erstaunter waren sie, als sie merkten, dass der riesige Stein nicht mehr vor dem Grab lag. 5 Sie betraten die Grabkammer, und da sahen sie auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der ein weißes Gewand trug. Die Frauen erschraken sehr. 6 Aber der Mann sagte zu ihnen: »Habt keine Angst! Ihr sucht Jesus aus Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist nicht mehr hier. Er ist auferstanden! Seht her, das ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte. 7 Und nun geht zu seinen Jüngern und zu Petrus und sagt ihnen, dass Jesus euch nach Galiläa vorausgehen wird. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch angekündigt hat.« 8 Da flohen die Frauen aus dem Grab und liefen davon. Angst und Schrecken hatte sie erfasst. Sie redeten mit niemandem darüber, so entsetzt waren sie.

 

Ansagen
 

Gott, ich sage dir, wie es gerade bei mir aussieht. Türen sind zugegangen. Manche wurden mir vor der Nase zugeschlagen. Ich fühle mich ohnmächtig, aber ich will nicht aufgeben. Ich vertraue darauf, dass es einen Schlüssel, eine Lösung, einen Weg gibt! Wenn ich danach suche, dann begleitest du mich. Du sendest mir Menschen, die mir gut tun. Schließe mich auf für diese heilsamen Begegnungen. Zeige mir meine Schlüsselfiguren, die ich brauche. Amen. So soll es sein!
 

+ + +
 

Gott, du hast mir den Sonntag geschenkt. Jeder Sonntag ist ein kleines Osterfest. Für alle! Für mich! 24 Stunden am Anfang der Woche, nicht erst am Ende, die mich erinnern: Du Gott, hast Jesus von den Toten aufgeweckt! Gott hier bin ich heute! Wecke auch mich auf. Rolle den schweren Stein weg, der mich wie in einer Grabeshöhle einschließt! Sende deine Boten, deine Schlüsselfigur, die mir diese Woche das Leben neu aufschließt, die mir sagt, dass Du mir vorausgehst! Amen. So soll es sein!
 

Aufschließen
 

Für wen kann ich heute oder in der beginnenenden Woche eine Schlüsselfigur sein? Welches Schlüsselerlebnis könnte ich mit wem teilen? Wem könnte ich zu einem Schlüsselerlebnis verhelfen?

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