Gott und Mensch

(Ein Projekt von VDM e.V.)

Unser Islamic Relief Mitarbeiter Hatim Schurab berichtet uns regelmäßig von der Lage in Gaza.

Montag, 12.01.2009

Ich konnte mein Tagebuch für zwei Tage nicht schreiben – ich hatte einfach keine Zeit, da ich mit meinen Kollegen tausende Lebensmittelpakete für die verzweifelten Menschen packte.

Ich frage mich manchmal, ob es überhaupt genug Platz gibt um all die Toten zu begraben. Gestern wurde ein Freund von mir in seinem Haus getötet. Er war Journalist und arbeitete für einen Radiosender.

Seit dem Beginn der Gefechte habe ich einige gute Freunde verloren – und wenn Sie mich fragen, wie ich mich fühle – ich kann es gar nicht sagen, denn ich versuche es wegzuschieben und mich auf meine Arbeit zu konzentrieren.

Islamic Relief erhielt viele Anrufe von Menschen, die Nahrungsmittel und Decken brauchen.

Wir verteilen diese Dinge an sie nebenbei.

Ich bin erschöpft, wie jeder hier. Doch ein Entwicklungshelfer hat keine andere Wahl als durchzuhalten.

 
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Der Islamic Relief Mitarbeiter Hatim Schurab berichtet uns täglich von der Lage in Gaza.

Montag, 05.01.2009

Bereits den zweiten Tag konnten wir die Hilfsgüter nicht ausliefern. Die Sicherheitslage wird Stunde um Stunde schlimmer, es ist sehr schwierig draußen auf den Straßen Hilfsgüter zu verteilen.

Jeden Tag denken wir, es kann nicht schlimmer werden – doch es wird schlimmer. Ich frage Sie, können Sie sich vorstellen wie es Ihnen und ihren Lieben ginge, wenn Sie wenig Nahrungsmittel, Wasser und keinen Strom haben? Und die ganze Zeit hören Sie Explosionen – Bomben, Raketen und Feuer überall.

 
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Der Islamic Relief Mitarbeiter Hatim Schurab berichtet uns täglich von der Lage in Gaza.

Freitag, 02.01.2009

Der Beschuss geht weiter und ich hoffe, es ist bald vorbei, so dass die Menschen ihre Toten begraben können.

Es gibt gute Nachrichten. Einige Hilfslieferungen kommen von der israelischen Grenze nach Gaza, das gibt dem Islamic Relief Notfallteam wieder Energie. Wir hoffen, unsere Arbeit vor Ort ausweiten zu können und mehr Menschen in den nächsten Tagen mit Hilfsgütern zu erreichen.

 
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Der Islamic Relief Mitarbeiter Hatim Schurab berichtet uns täglich von der Lage in Gaza.

Donnerstag, 01.01.2009

Trotz der Gefahr erhöht unser Islamic Relief Team die humanitäre Hilfe – wir haben keine andere Möglichkeit. An diesem Morgen brachten wir vier Lastwagen mit Nahrungsmitteln zum Hauptkrankenhaus Shifa in Gaza. Während wir die Nahrungsmittel noch verteilten, wurden neue Verletzte ins Krankenhaus gebracht. Die Lebensmittelpakete enthalten Mehl, Reis, Bohnen, Dosenfleisch und Fisch. Islamic Relief versorgte außerdem die Lager der Krankenhäuser mit Nahrungsmitteln. Vier große Lastwagen wurden dafür beladen. Die Lebensmittel reichen zirka für einen Monat.

Vor den Bäckereien sind lange Schlangen zu sehen, die Menschen stellen sich stundenlang hin und warten, um ein bisschen Brot zu kaufen. Es ist gefährlich, denn die Bomben können jeden Augenblick einschlagen und draußen sind die Menschen völlig ungeschützt.

Gaza ist dicht besiedelt und die Wohnhäuser sind nah an die Regierungsgebäude gebaut. Wenn Bomben einschlagen, wird alles beschädigt.

 
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