Erfasse uns, oh Fasten!
Wie viele von uns können sich noch vor dem Tumult des Lebens schützen? Unser Verstand ist zerstreut. Unsere Gedanken sind zerstreut. Unsere Emotionen sind zerstreut. Das Schlimmste: Unser Leben ist zerstreut.
Wir verlieren unsere innere Vollkommenheit. Das heisst, wir verlieren uns selbst. Wenn dies geschieht, kann der Mensch den Menschen, das Leben und die Dinge in seiner Vollkommenheit weder erkennen, erforschen, wahrnehmen, noch verstehen. Wir verlieren aus den Augen, dass ein Teil ein Teil ist, aber denken, es sei ein Ganzes.
Angenommen, das Teil ist das Ganze, dann ist sowohl dem Ganzen als auch dem Teil gegenüber unrecht getan. Denn wir erwarten vom Teil, dass er die Rolle des Ganzen übernimmt. Dieser Verantwortung ist ein Teil nicht gewachsen. Im Endeffekt verlieren wir die unzertrennliche Beziehung zwischen einem Teil und dem Ganzen völlig aus den Augen. Wir zerstören die vorhandende Beziehung durch unsere verwirrte und verwirrende Vorstellung. Würden wir das Teil als Teil ansehen, so würden wir nicht mehr darunter leiden, uns an die Unmöglichkeit festzuhalten, das Teil sei das Ganze, sondern die Faszination des Ganzen erkennen.Wir verstünden dann endlich, dass das “Schlechte” im Teil im Ganzen betrachtet “gut” ist.
Wir würden begreifen, dass das aus der Vollkommenheit des Ganzen resultiert, was sich als Zerfall am Teil bemerkbar macht.
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Stellen sie diese Frage! Oder fragen sie besser: „Was kann denn ein Mensch schon leisten?“
Jeder sollte sich selbst diese Frage stellen: „Reicht denn eine Rose aus, um den Frühling herbeizuholen?“, oder „Was kann denn ein Mensch schon leisten und verändern?“
Diejenigen, die auf die Antwort neugierig sind, sollten das Leben von Muhammad (s) betrachten, der als Segen für die ganze Menschheit entsandt wurde. Er war wie eine Rose, dessen Geruch Jahrhunderte überdauerte und selbst uns erreichte. Er wird deshalb auch „die Rose von Medina“ genannt, die mitten in der Wüste aufblühte. Eine Rose, die der zu einem Dornfeld verwandelte Welt den Frühling verkündete.
Es ist klar, eine besondere Art von „Rosenspross“, war er. Denn die Offenbarung antwortete auf die Frage: „O Allah mein Erzieher, warum hast Du ausgerechnet mich auserwählt?“, wie folgt: „Denn du hast einen überwältigenden Charakter!“ Diesen Rosenspross hat Allah auserwählt. Er wurde in den Händen Gabriels, dem Offenbarungsprojekt entsprechend, erzogen. Die Offenbarung hatte für diese Rose zwei Missionen: Bekannt machen und Errichten.
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III. Eingottglaube (Tauhid) und Gerechtigkeit (Adalah)
Sämtliche Begriffe im Islam können auf zwei Grundbegriffe reduziert werden: Tauhid und Adalah.
Der Tauhid bildet die Basis für eine Beziehung zwischen Mensch und Gott. Adalah hingegen bildet die Grundlage jeglicher Beziehung zwischen Mensch und Geschöpf – wobei die zwischenmenschliche Beziehung die bedeutendste ist.
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I- Bezugspunkt
Jeder Gedanke besitzt einen Bezugspunkt. Das ist Voraussetzung um Sinntopologien zu deuten und zu verstehen. Überlegungen anzustellen bedeutet den Verstand auf die Reise zu schicken. Wenn in einem Zusammenhang über Reise, sich auf die Reise begeben und Reisender gesprochen wird, dann muss es auch bestimmt einen Startpunkt geben. Denn von irgendwo zu starten würde bedeuten, auch irgendwo, an einem unbestimmten Ziel, anzukommen. So ist der Startpunkt, von dem die Überlegungen ausgehen, genau dieser Bezugspunkt.
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