Gott und Mensch

(Ein Projekt von VDM e.V.)

Kürzlich begegnete ich auf dem Weg zu meiner Ärztin einem älteren Herrn, der einen gut gepflegten weißen Pudel an der Leine zog. Er gewann im Nu meine Bewunderung. Denn es ist nicht leicht, einen Hund zu dressieren. Ich weiß es aus eigener Erfahrung. Ich habe nämlich auch einen ungezogenen Hund, meinen inneren Schweinehund.

Meine Mutter erzählt uns Kindern schon von klein her vom Lieblingsspruch meiner Großmutter:
“Aus dem Guten ensteht die Güte, aus dem Schlechten das Böse.”

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Zunächst stellt sich die Frage: “Fordert die Offenbarung überhaupt eine Gesellschaft?”

Zu dieser Fragestellung ist man eine positive Antwort schuldig. Wäre es aber möglich, ohne eine islamische Ausgangsposition, eine richtige Antwort darauf zu finden?

Wenn wir von folgenden vier Antworten ausgehen, wäre dies möglich:

1. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Eine gegenteilige Behauptung wäre falsch, denn der Mensch steht in einem Abhängigkeitsverhältnis zu seinem sozialen Umfeld. Ohne dieses kann er nicht „Mensch“ bleiben. Sehen Sie, ich sage nicht, dass er “nicht leben kann” oder dass er “sein individuelles Dasein nicht fortführen kann”, sondern nur, dass er “nicht als Mensch fortbestehen kann”. Dafür gibt es viele Beispiele. Ein Mensch, der sein Leben allein im Wald verbringt, gleicht in seinem Verhalten mehr und mehr einem „Tier“ statt einem „Menschen“. Geboren als ein Lebewesen, entwickelt man sich später zu einem Menschen. Erasmus von Rotterdam meinte wohl dies, als er sagte: „Der Mensch wird nicht als Mensch geboren, sondern wird erst zu einem Menschen.“
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