Unser Islamic Relief Mitarbeiter Hatim Schurab berichtet uns regelmäßig von der Lage in Gaza.
Dienstag, 13.01.2009
Die Wasserversorgung in Gaza ist katastrophal. Diejenigen, die zu den Glücklichen gehören und noch Wasser in ihren Vorratsbehältern haben, versuchen so viel wie möglich aufzubewahren. Viele Wasserbehälter wurden während der Bombardierungen zerstört.
Der Wassermangel verursacht Gesundheits- und Umweltprobleme. Vor einigen Monaten stellte Islamic Relief für das Hauptwasserpumpwerk Ersatzteile bereit. Das System ist alt und war bereits während der 18 Monate andauernden Blockade heruntergekommen.
Heute brachten wir Trinkwasser zu hunderten Menschen in acht Notunterkünften. Viele der Zufluchtsorte sind überfüllt und Zugang zu Trinkwasser gibt es nicht. Jede Person erhielt 20 Liter Wasser.
Im Moment reagiert unser Hilfsteam auf das, was um uns herum geschieht.
Doch uns ist bewusst, dass Gaza langfristige Hilfe von außen benötigt um die zerstörte Infrastruktur wieder aufzubauen.
Die Menschen in Gaza brauchen noch länger um von den physischen und psychischen Schäden zu genesen.

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Unser Islamic Relief Mitarbeiter Hatim Schurab berichtet uns regelmäßig von der Lage in Gaza.
Freitag, 09.01.2009
Heute konnte Islamic Relief nichts verteilen, denn die Bombardierungen waren so heftig, dass große Teile Gazas unter einer dicken Schicht Rauch verschwunden sind.
Gestern konnten wir 1.000 Lebensmittelpakete an lokale Hilfsorganisationen weitergeben, die uns halfen, verzweifelte Familien zu erreichen. Jedes Paket enthält genug Nahrungsmittel, um eine achtköpfige Familie einen Monat lang zu ernähren.
Der Gesundheitssektor in Gaza bricht zusammen. Die Ärzte in den Krankenhäusern müssen die Schwerverletzten wieder nach Hause schicken – es gibt einfach zu wenige Betten.
Islamic Relief besucht die Krankenhäuser regelmäßig und versorgt sie mit medizinischen Geräten. Doch was wird erst geschehen, wenn der Treibstoff ausläuft und die Generatoren nicht mehr funktionieren?
Wenn ich mich setze um meine Gedanken zu sammeln und einige Zeilen in mein Tagebuch zu schreiben, ist mein Kopf manchmal einfach leer. Es ist so schwer, das Ausmaß des Leidens hier in Gaza zu begreifen.
Oft fehlen mir die richtigen Worte um das Geschehen zu beschreiben.

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Der Islamic Relief Mitarbeiter Hatim Schurab berichtet uns täglich von der Lage in Gaza.
Mittwoch, 07.01.2009
Heute hatten wir einige Stunden Ruhe. Für drei Stunden konnten wir Hilfsgüter verteilen ohne Angst vor Beschuss zu haben.
Ein Islamic Relief Team besuchte die Kinderklinik um die Ärzte mit medizinischen Gegenständen wie Operationsbesteck, Verbänden, Scheren und anderen Geräten auszustatten, die ständig benötigt werden. Außerdem brachten wir Seife und andere Hygieneartikel sowie Decken zu den Unterkünften der UN. Die Menschen waren froh, Entwicklungshelfer zu sehen, die ihnen Hilfsgüter bringen. Insbesondere freuten sie sich über die Decken, denn es ist sehr kalt in Gaza.
Wir besuchten auch ein Gebäude in der Nähe des Internationalen Roten Kreuzes, in dem 200 Menschen untergekommen sind.
Viele Leute fragten mich, ob ich ihnen sagen könne, wo es sicher sei. Ich konnte ihnen keine Antwort geben.
Derzeit berät unser Team, wie wir mehr Hilfsgüter nach Gaza bringen und die Dinge verteilen können.

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Der Islamic Relief Mitarbeiter Hatim Schurab berichtet uns täglich von der Lage in Gaza.
Dienstag, 06.01.2009
Ein Team von Islamic Relief besuchte eine der UN Schulen, welche als Notunterkunft für Familien umgebaut wurde, die vor den Bombardierungen geflohen sind. Die Menschen, die ich dort traf befanden sich genau in der Feuerlinie und mussten ihre Häuser verlassen. Ich war überrascht, so viele Frauen und Kinder in der Schule zu sehen – und besorgt.
Unser Islamic Relief Team entschied sich, den Menschen hier Nahrungsmittel zu bringen, wir haben keine andere Wahl – egal wie gefährlich die Situation auch ist.

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Der Islamic Relief Mitarbeiter Hatim Schurab berichtet uns täglich von der Lage in Gaza.
Montag, 05.01.2009
Bereits den zweiten Tag konnten wir die Hilfsgüter nicht ausliefern. Die Sicherheitslage wird Stunde um Stunde schlimmer, es ist sehr schwierig draußen auf den Straßen Hilfsgüter zu verteilen.
Jeden Tag denken wir, es kann nicht schlimmer werden – doch es wird schlimmer. Ich frage Sie, können Sie sich vorstellen wie es Ihnen und ihren Lieben ginge, wenn Sie wenig Nahrungsmittel, Wasser und keinen Strom haben? Und die ganze Zeit hören Sie Explosionen – Bomben, Raketen und Feuer überall.

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Unser Islamic Relief Mitarbeiter Hatim Schurab berichtet uns regelmäßig von der Lage in Gaza.
Sonntag, 04.01.2009
Der Moment, den wir alle fürchteten, ist gekommen – Bodentruppen in Gaza. Zum ersten Mal musste ich mich mit meiner Familie im Keller vor den Bomben und den Schüssen verstecken. Es ist schlimmer als der Luftangriff – alles ist so nah.
Islamic Relief Worldwide wollte heute Hilfsgüter ausliefern, doch die Situation auf den Straßen von Gaza ist zu gefährlich. Stattdessen bereiteten wir Hilfslieferungen für die Krankenhäuser vor.

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Der Islamic Relief Mitarbeiter Hatim Schurab berichtet uns täglich von der Lage in Gaza.
Die Bodenoffensive begann und niemand weiß, was als nächstes geschehen wird. Über 50 Kinder starben in der letzten Woche in den Gefechten. Die Schulen sind geschlossen und die Schüler können ihre Prüfungen nicht ablegen.
Morgen am Sonntag planen wir, Decken und Lebensmittelpakete an drei Notunterkünfte, die in Schulen eröffnet wurden, zu verteilen. Dort wurden Familien untergebracht, die aus dem Grenzgebiet evakuiert wurden.

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Der Islamic Relief Mitarbeiter Hatim Schurab berichtet uns täglich von der Lage in Gaza.
Freitag, 02.01.2009
Der Beschuss geht weiter und ich hoffe, es ist bald vorbei, so dass die Menschen ihre Toten begraben können.
Es gibt gute Nachrichten. Einige Hilfslieferungen kommen von der israelischen Grenze nach Gaza, das gibt dem Islamic Relief Notfallteam wieder Energie. Wir hoffen, unsere Arbeit vor Ort ausweiten zu können und mehr Menschen in den nächsten Tagen mit Hilfsgütern zu erreichen.

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Der Islamic Relief Mitarbeiter Hatim Schurab berichtet uns täglich von der Lage in Gaza.
Donnerstag, 01.01.2009
Trotz der Gefahr erhöht unser Islamic Relief Team die humanitäre Hilfe – wir haben keine andere Möglichkeit. An diesem Morgen brachten wir vier Lastwagen mit Nahrungsmitteln zum Hauptkrankenhaus Shifa in Gaza. Während wir die Nahrungsmittel noch verteilten, wurden neue Verletzte ins Krankenhaus gebracht. Die Lebensmittelpakete enthalten Mehl, Reis, Bohnen, Dosenfleisch und Fisch. Islamic Relief versorgte außerdem die Lager der Krankenhäuser mit Nahrungsmitteln. Vier große Lastwagen wurden dafür beladen. Die Lebensmittel reichen zirka für einen Monat.
Vor den Bäckereien sind lange Schlangen zu sehen, die Menschen stellen sich stundenlang hin und warten, um ein bisschen Brot zu kaufen. Es ist gefährlich, denn die Bomben können jeden Augenblick einschlagen und draußen sind die Menschen völlig ungeschützt.
Gaza ist dicht besiedelt und die Wohnhäuser sind nah an die Regierungsgebäude gebaut. Wenn Bomben einschlagen, wird alles beschädigt.

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Der Islamic Relief Mitarbeiter Hatim Schurab berichtet uns täglich von der Lage in Gaza.
Dienstag, 30.12.2008
Die Intensität der Bombardierung belastet mich – aber ich bin ein erwachsener Mann, wie geht es also erst den Kindern? Die Sicherheitslage verschlimmert sich. Meine Kollegen und ich gehen zum Islamic Relief Büro – mit dem Auto zu fahren ist zu unsicher. Wir rufen im Büro an, sobald wir unsere Häuser verlassen. Während des Weges zur Arbeit melden wir uns an bestimmten Punkten viermal im Büro. Sind wir im Büro angekommen, rufen wir sofort zu Hause an um unsere Familien zu beruhigen.

Standard Podcast [1:27m]:
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