Gott und Mensch

(Ein Projekt von VDM e.V.)

Bu şehr-i Sitanbul ki bî-misl ü bahâdır,
Bir sengine yek-pâre Acem mülkü fedâdır.
Bir gevher-i yek-pâre iki bahr arasında,
Hurşîd-i cihân-tâb ile tartılsa sezâdır.

Dies ist die Stadt Istanbul, sein Wert ich nicht kann messen,
Dessen einziger Stein, mehr Wert als einen Schatz wird besessen.
Ein Diamant zwischen zwei großen Meeren,
Verdient es, als eine wärmende Sonne zu verehren.

———————————————————————-

Sana dün bir tepeden baktım, aziz İstanbul!
Görmedim gezmediğim sevmediğim hiçbir yer.
Ömrüm oldukça gönül tahtıma keyfince kurul,
Sâde bir semtini sevmek bile bir ömre değer.

O Istanbul! Von einem Hügel habe ich dich betrachtet,
Nirgends ein Ort, ich nicht geliebt, gesehen und geschmachtet.
Entfalte dich in meinem Herzen, mein ganzes Leben,
Nur eine Gegend ist es Wert, ein Leben lang zu begehren!

(Übersetzungen ins Deutsche von Bilal Erkin)


Kann ein Muslim den Propheten als ein “Andenken” betrachten?

Andenken sprechen für das “Vergangene” bzw. “nicht mehr Existierende oder Vergängliche”. Sollte der Prophet etwa aufgrund dieser Merkmale von einem Muslim nur gedenkt werden?


Hierbei sei erwähnt, dass jede Art des “Gedenkens” ein verborgenes Geständnis in sich trägt, nämlich die gedenkte Person bereits vergessen zu haben. Gerade wenn diese Person im Zentrum des Lebens steht, kann vom “Gedenken” absolut nicht die Rede sein. Jemanden zu gedenken, ruft Erinnerungen hervor. Das Erinnern ist zwar eine gute Tugend, doch sich allein mit dem Erinnern zu vertrösten, insbesondere wenn es hierbei um den Propheten geht, sollte uns zu denken geben.

Allah hielt uns darauf an, dem Propheten nachzugehen. Denn er hinterließ dahinschreitend als “menschlicher Prototyp” Spuren auf der Erde. Demzufolge darf keinesfalls Allahs Wesen unser Vorbild sein. Unsere Liebe gegenüber dem Wesen Allahs, sollte durch den Gehorsam an unseren Propheten unter Beweis gestellt werden. Sprich: “Wenn ihr Allah (wahrhaft) liebt, so folgt mir, dann wird Allah euch lieben und euch eure Sünden vergeben … (Sure 3, Vers 31).

Read the rest of this entry »

Zunächst stellt sich die Frage: “Fordert die Offenbarung überhaupt eine Gesellschaft?”

Zu dieser Fragestellung ist man eine positive Antwort schuldig. Wäre es aber möglich, ohne eine islamische Ausgangsposition, eine richtige Antwort darauf zu finden?

Wenn wir von folgenden vier Antworten ausgehen, wäre dies möglich:

1. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Eine gegenteilige Behauptung wäre falsch, denn der Mensch steht in einem Abhängigkeitsverhältnis zu seinem sozialen Umfeld. Ohne dieses kann er nicht „Mensch“ bleiben. Sehen Sie, ich sage nicht, dass er “nicht leben kann” oder dass er “sein individuelles Dasein nicht fortführen kann”, sondern nur, dass er “nicht als Mensch fortbestehen kann”. Dafür gibt es viele Beispiele. Ein Mensch, der sein Leben allein im Wald verbringt, gleicht in seinem Verhalten mehr und mehr einem „Tier“ statt einem „Menschen“. Geboren als ein Lebewesen, entwickelt man sich später zu einem Menschen. Erasmus von Rotterdam meinte wohl dies, als er sagte: „Der Mensch wird nicht als Mensch geboren, sondern wird erst zu einem Menschen.“
Read the rest of this entry »

“Mir vergeht das Lachen” ist genau der richtige Ausdruck für das, was ich beim Gedanken an das Feiern empfinde. Die Leichtigkeit des Feierns weckt in mir den Gedanken, dass etliche Unstimmigkeiten und Grausamkeiten auf der Welt herrschen. “Diese Gelächter bedeuten nur ein stillschweigendes Weinen”, erklärt der Dichter Seyrani. Oder wie ein anderer sufistischer Dichter, an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnern kann, sagt:” Man glaubt, dass mich meine Freude zum Tanzen bringt. Doch kreise ich abermals um mich herum und beklage mich dabei doch nur im tiefsten Inneren bei meinem Liebsten.”

Zu solch einer Zeit ist es wahrhaftig nicht leicht, einen Artikel über das Fest zu schreiben. Das Wimmern der Worte kann leider nicht durch künstliche Lacheffekte übertönt werden. Die Zeit ändert sich, aber mein Traum von jenem Fest bleibt der gleiche.

Ich träume von einem Fest: An dem wir als ganze Menschheit, mit einer aufrechten Haltung leben. An dem unsere Freude nicht im Keim erstickt wird. An dem keine Schreckensnachrichten unsere Stimmung trüben.
Read the rest of this entry »

Solange ich denken kann, so lange beschäftige ich mich schon mit Religionswissenschaften, und solange ich denken kann, begegne ich in den Texten der Formulierung „muttefekun aleyh“ (etwas, worüber Einigkeit herrscht), und genauso häufig oder sogar noch mehr dem Ausdruck „muhtelefun fih“ (etwas, worüber keine Einigkeit herrscht). Unsere Quellen überliefern neben den Meinungen, die von der Mehrzahl der Gelehrten geteilt wurden, auch solche Ansichten, die mehrheitlich nicht geteilt wurden. Wenn Sie wüssten, mit welchem Selbstvertrauen sie dies tun!

Read the rest of this entry »

Kennen Sie die Sure Rahman? Diese Sure, die als einzige im Qur´an mit einem der 99 Namen Allahs beginnt, hat eine wunderbare Harmonie ihrer Klänge. Klänge, die das Herz berühren und den Menschen forttragen. In dieser Sure wird 31 Mal die Frage wiederholt: „Welche der Wohltaten eures Herrn wollt ihr da wohl leugnen?“ Eigentlich hat jede dieser 31 Fragen eine eigene Betonung/Intonation: Direkt oder indirekt werden die jeweils unmittelbar davor erwähnten Wohltaten hervorgehoben. Durch ihre bezaubernde innere Harmonie wird der Sinn dieser Sure beflügelt und gewinnt an Erhabenheit. Der Prophet nennt die Sure „die Krönung des Qur´ans“, und weist so auf diese Besonderheit der Sure hin. Die Sure beginnt folgendermaßen:
Read the rest of this entry »