Gott und Mensch

(Ein Projekt von VDM e.V.)


 
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Lasst uns heute mit der Interpretation des Koranverses von letzter Woche fortfahren. Zunächst aber, wollen wir - um nicht von ihm abzukommen, während wir den Weg des Lebens beschreiten, - uns jenen Vers noch einmal in Erinnerung rufen:

“Ihr, die ihr den Iman verinnerlicht habt! Seid Schwierigkeiten gegenüber standthaft, wetteifert miteinander in Standhaftigkeit, haltet euch in Bereitschaft, seid wachsam und verantwortungsvoll, damit ihr erfolgreich/glücklich werdet.” (3/200)

Dieser Vers trägt vier Anweisungen in sich. Die ersten beiden davon “Seid geduldig” und “Wetteifert miteinander in Geduld” haben wir in der letzten Woche bereits tiefergehend besprochen. Die letzten beiden “Verbringt euer Leben wie ein Bewacher, seid wachsam und in steter Bereitschaft!”, “Handelt verantwortungsbewusst!” konnten wir aus Zeitgründen nicht besprechen. Read the rest of this entry »

Das Gebet beinhaltet drei Aspekte: Leiden, Heilung und Weisheit. Das Leiden ist der Grund für das Gebet, die Heilung ist der Nutzen aus dem Gebet und die Weisheit ist der Sinn des Gebets.

Jedes Gebet birgt eine Weisheit in sich, denn:

1. Allah tut nichts Überflüssiges. Auch der Mensch und auch die Gebote und Verbote für den Menschen sind nicht nutzlos. „Und habt ihr damit gerechnet, dass Wir euch überflüssigerweise geschaffen haben, und dass ihr nicht zu Uns zurückkehrt?“ (23:115) Im Koran steht manchmal für „überflüssig“ auch das Wort „Irrglaube“. „Die sich an Allah erinnern, stehend und sitzend und auf ihren Seiten, und nachdenken über die Schöpfung der Himmel und der Erde: Unser Herr, dies hast Du nicht umsonst erschaffen.“ (3:191) Er hat alles gemäß der Wahrheit erschaffen, und dies bedeutet, dass alles zu einem Sinn und Zweck erschaffen wurde.

2. Es sind die Absichten, die das Gebet zum Gebet werden lassen. Eine Absicht zu haben heißt, sich über den Sinn und Zweck einer Sache bewusst zu sein. Bei Ziel- oder Sinnlosigkeit können wir nicht von einer Absicht sprechen. Dies gilt selbstverständlich auch für das Opfern. Somit weist die Absicht auf das höchste Ziel des Gebets hin.
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Die Religion ist mit Rücksicht für den Menschen gemacht.
Nicht Gott ist es, der Vorteile durch einen Gottesdienst zieht, sondern der
Mensch selbst. Der Mensch ist der Bedürftige und Gott Derjenige, der diesen
Bedarf stillt. Die Beziehung Allah und Mensch trägt die Gewissheit in sich, Allah
durch den Gottesdienst näher zu kommen. Das bezeichnet man als „taqwa“,
die Frömmigkeit.

Die Feststellung des Sprachwissenschaftlers Izutsu, sowie die Ansichten von
zeitgenössischen Gelehrten wie Muhammad Asad und Fazlur Rahman bringen
es nahe, diesen Begriff „taqwa“ auch als das „islamische
Verantwortungsbewusstsein“ zu begreifen.

Dies ist wie eine Himmelfahrt. Jede Himmelfahrt ist das Werk einer Erhebung,
sprich, des Anstiegs und Erreichen des Höchstmaßes. Durch Gottesdienste
betritt das Bewusstsein die Sphäre des Menschendaseins. Dieses Betreten in
jene Sphäre lässt Allah (t) nicht unbeantwortet. Dem sich Ihm so
zuwendenden Diener begegnet Er mit Seiner Macht und schenkt Ihm von
seiner Gnade.
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Erfasse uns, oh Fasten!

Wie viele von uns können sich noch vor dem Tumult des Lebens schützen? Unser Verstand ist zerstreut. Unsere Gedanken sind zerstreut. Unsere Emotionen sind zerstreut. Das Schlimmste: Unser Leben ist zerstreut.
Wir verlieren unsere innere Vollkommenheit. Das heisst, wir verlieren uns selbst. Wenn dies geschieht, kann der Mensch den Menschen, das Leben und die Dinge in seiner Vollkommenheit weder erkennen, erforschen, wahrnehmen, noch verstehen. Wir verlieren aus den Augen, dass ein Teil ein Teil ist, aber denken, es sei ein Ganzes.
Angenommen, das Teil ist das Ganze, dann ist sowohl dem Ganzen als auch dem Teil gegenüber unrecht getan. Denn wir erwarten vom Teil, dass er die Rolle des Ganzen übernimmt. Dieser Verantwortung ist ein Teil nicht gewachsen. Im Endeffekt verlieren wir die unzertrennliche Beziehung zwischen einem Teil und dem Ganzen völlig aus den Augen. Wir zerstören die vorhandende Beziehung durch unsere verwirrte und verwirrende Vorstellung. Würden wir das Teil als Teil ansehen, so würden wir nicht mehr darunter leiden, uns an die Unmöglichkeit festzuhalten, das Teil sei das Ganze, sondern die Faszination des Ganzen erkennen.Wir verstünden dann endlich, dass das “Schlechte” im Teil im Ganzen betrachtet “gut” ist.
Wir würden begreifen, dass das aus der Vollkommenheit des Ganzen resultiert, was sich als Zerfall am Teil bemerkbar macht.
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was andere denken
entspricht nur zur hälfte der wirklichkeit
gedanken sind tief und undurchsichtig
oberflächlichkeiten führen zu irritationen
leider werden wir nie von jenen ablassen
nebensächlichkeiten werden zum mittelpunkt
die wahrheit verliert seinen wert
die zeit vergeht
alles ändert sich
doch nichts geschieht.
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laufen, einfach laufen
doch überall wände
die hindern wirklich so zu laufen, wie gewollt
zu laufen, wie gewollt
wie es die eigene art zu laufen ist
wegzulaufen, zuzulaufen, hinzulaufen, zurückzulaufen, zu entlaufen, verlaufen
die Sorge entweicht nicht, verliert sich nicht, die eine Sorge früher oder später
in so hoher geschwindigkeit
in diese sackgasse zu stolpern
die ewige sackgasse zu lang um sie zu erkennen
zu kurz um in ihr leben zu können

Sebahat

Stellen sie diese Frage! Oder fragen sie besser: „Was kann denn ein Mensch schon leisten?“
Jeder sollte sich selbst diese Frage stellen: „Reicht denn eine Rose aus, um den Frühling herbeizuholen?“, oder „Was kann denn ein Mensch schon leisten und verändern?“
Diejenigen, die auf die Antwort neugierig sind, sollten das Leben von Muhammad (s) betrachten, der als Segen für die ganze Menschheit entsandt wurde. Er war wie eine Rose, dessen Geruch Jahrhunderte überdauerte und selbst uns erreichte. Er wird deshalb auch „die Rose von Medina“ genannt, die mitten in der Wüste aufblühte. Eine Rose, die der zu einem Dornfeld verwandelte Welt den Frühling verkündete.

Es ist klar, eine besondere Art von „Rosenspross“, war er. Denn die Offenbarung antwortete auf die Frage: „O Allah mein Erzieher, warum hast Du ausgerechnet mich auserwählt?“, wie folgt: „Denn du hast einen überwältigenden Charakter!“ Diesen Rosenspross hat Allah auserwählt. Er wurde in den Händen Gabriels, dem Offenbarungsprojekt entsprechend, erzogen. Die Offenbarung hatte für diese Rose zwei Missionen: Bekannt machen und Errichten.
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Das Dasein ist ein zu lesendes Buch. Wenn es nicht mit diesen Augen betrachtet wird, können zwar Kenntnisse darüber gewonnen werden, aber dies ist noch keine Wissenschaft.

Das Universum wird im Arabischen „alem“ genannt, weil es Wissen thematisiert und aus derselben Wortwurzel wie „ilm“ Wissenschaft stammt. Das Universum ist das Erkennbare. Aufgrund seiner ungeheuren Vielfalt und seiner unzähligen Merkmale, die den Menschenverstand übersteigen, ist es nur Allah bekannt und dem Menschen verborgen. Diese Verborgenheit ist keine Eigenschaft des wissenschaftlich behandelten Universums. Vielmehr liegt die Quelle in der Unvollkommenheit des Menschen. Der derzeitige Stand des menschlichen Wissens erfasst nur einen Bruchteil der Welten. Alle zu erfassen, scheint auch ein unerreichbares Ziel zu sein.
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