Im Geschichtsunterricht merkte ich denn, wie Gefühle einen Mischen können, wie Gefühle einen Vermischen können, (wie…auch immer, ich versuche hier gerade, etwas zu erzählen) – ich muss wohl noch in dieser Parenthese deutlich herausschreiben, dass ich nicht zu den unseriösen Gestalten gehöre, die kurz vor Ende der Tage sich dem Lehrer aufdrängen, um denn noch gute Noten erreichen zu wollen - und während Kott versuchte, Ruhe im Raum zu finden, erzählte Olja mir vom schnuckeligen Hasen, der die Welt rettete.
Olja hatte irgendwann wieder einmal einer ihrer seltsamen Träume geträumt, den ihr Unterbewusstsein gesponnen hatte, von denen ich bisher noch nichts gewusst hatte - was für ein schlechter Charakter ich doch sein kann - und gestikulierte mir so gerade eben mal ganz schnell inmitten der anfänglichen Geschichtsstunde Die heldenhaften Abenteuer des kleinen Hasen „Olja“ gegen die Wölfe. Doch sie zögerte immer wieder Augenblicke der Spannung, nicht das sie mich damit quälen wollte, nein, sie sah mich an, durchforstete mein Inneres, inspizierte meinen Geist, meine Lage, suchte nach meinem Einfühlungsvermögen für einen so merkwürdigen Traum, flüsterte mir erneut zu, sehr ernst, ihre Stimme klang ernst: „Oh, der war so komisch, so seltsam“ und hoffte auf eine Reaktion meinerseits, wobei ich wie Tod auf meinem Stuhl saß, genervt, geplagt, eben saturiert von dieser Welt, wahrscheinlich eben so leblos aussah, als könnte ich mich direkt aus dem hinter mir liegenden Fenster rauswerfen, wobei ich mir dabei nicht einmal den Daumen brechen würde, glücklicherweise. Ehrlich, es wollte nichts kommen, so sehr ich mich anstrengte, mich bemühte, auf den Kopf stellte, lächelte, es wollte nichts kommen, keine positive Körpersprache. Ich war schlaff, aber nicht mein Denken war schlaff, sondern nur der Körper und ich wartete gespannt darauf, dass sie nun beginne, denn ich wollte ihr zuhören und ich hörte ihr zu, ihren Pausen und ihrer Vorsicht in der Stimme, achtete auf ihre Augen, die wachsam um sich herumblickten. Ich war bereit für alles, für jeglichen Ekel, schließlich bin ich auch nur ein Mensch.



