Gott und Mensch

(Ein Projekt von VDM e.V.)

Unser Islamic Relief Mitarbeiter Hatim Schurab berichtet uns regelmäßig von der Lage in Gaza.

Donnerstag, 15.01.2009

Ich sitze in meinem Haus fest. Ich höre eine laute Explosion einige Meter entfernt. Der Beschuss wird intensiver und auch Raketen fallen.

Ich sehe Rauch, der von einem Haus hinter mir aufsteigt. Das UNRWA Hauptgebäude ist sehr nah und mein Kollege erzählt mir, dass es getroffen wurde. Eigentlich sollte ich auf der Straße sein und Hilfsgüter gemeinsam mit dem Notfallteam an Krankenhäuser in Gaza verteilen.

Gestern schafften wir es, Krankenliegen, Herzschrittmacher und einige andere Dinge wie Verbände, Spritzen, Einweghandschuhe zu fünf Krankenhäusern zu bringen.

Wir wollten heute auch Lieferungen vornehmen doch mussten wir sie aussetzen. Die Bombardierungen sind zu intensiv.

Die Hilfslieferungen werden über die Grenzen von Israel und Ägypten nach Gaza gebracht, doch die Menschen können die Nahrungsmittel und Medizin nicht entgegennehmen, da es nicht sicher ist, die Häuser zu verlassen.

Heute ist Tag 20 der Angriffe. Jeden Tag hoffen wir, dass es der letzte Tag ist, doch die Angriffe gehen weiter und weiter und die Menschen sind depressiv und verängstigt.

Wenn ich mit den Menschen rede, merke ich bei vielen, dass sie dem Tod schon gleichgültig gegenüber stehen, er ist sehr nah.

Wenn ich nachts das Gebet spreche kann ich mich nicht selbst kontrollieren und weine die ganze Nacht.

Am Morgen zwinge ich mich, die Verzweiflung abzuschütteln und mich bereit zu machen, den Menschen von Gaza zu helfen.

 
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