Gott und Mensch

(Ein Projekt von VDM e.V.)

Die Geschichte um Freud und Leid ist eine ganz besondere..

Sie erinnert mich immer an das Schaukeln.. Mal am Tag und Mal in der Nacht..
Am Tag ist es ein der Sonne Entgegenschaukeln.. Man wippt zuerst hin und her, setzt dann die Beine ein, gewinnt an Schwung und irgendwann schafft man es, die Wolken zu berühren.. Wenn man besonders viel Glück hat, erreicht man die Sonne.. Sie fängt an, einen zu kitzeln. Es überkommt einen ein befreiendes Lachen und man fühlt sich so frei wie ein Vogel. Am höchsten Punkt dann plötzlich möchte man herunterspringen von seinem Thron und das Fallen geniessen….

In der Nacht bewegt man sich in Richtung Dunkelheit. Tiefer und tiefer in die Nacht geht es. Dabei kullern einem die Tränen über die Wangen. Das feuchte Etwas ist dann so wie eine Erleichterung. Irgendwann fängt man den Mond und die Sterne mit seinen Fußspitzen, führt dies so lange weiter bis einen wieder die Schwerkraft einholt und man sich zur Erde zurückbewegt.
Wenn man dann angekommen ist, besinnt man sich seiner Reise und freut sich wie ein kleines Kind über seinen nächtlichen Ausflug..

Ich liebe den Spielplatz, der durchtränkt ist, mit meinen kindlichen Erinnerungen. Besonders das Schaukeln war wie ein Ventil für mich. Schade, dass ich meiner Vorliebe nicht mehr ungeniert nachgehen kann..

Manchmal erinnern mich die Hochs und Tiefs im Leben an das Schaukeln. Nichts ist stetig gut oder schlecht. Es gibt immer einen Wendepunkt. Einen Start und ein Ende. Zwar nicht so abrupt wie beim Schaukeln, aber es gibt diese..

Es gab Zeiten in meinem Leben, in denen ich zerflossen bin vor Kummer und Leid. Oft dachte ich dabei, das Ende würde vielleicht nie kommen, aber meine Erinnerung an das Schaukeln machte mir Mut.. Im tiefsten Leid würde man am liebsten an der Zeitmaschine drehen. Aber irgendwie hat es auch etwas Gutes. Man erinnert sich häufiger an Allah.. Spricht plötzlich zu ihm. Bittet Ihn um Hilfe. Weiss, dass er irgendwo da im Unsichtbaren ist und versucht, Ihm nahe zu sein.
Ich glaube, gerade der Gedanke an Ihn stellt für mich in Situationen der Not den Wendepunkt dar.
Ich schöpfe Kraft aus Ihm, beginne wieder an das Schöne zu glauben, sehe ein, dass nichts selbverständlich ist und einen Dank verdient. Alles macht mich nachdenklich. Ich fange an, mein Leben zu begreifen, den Sinn des Lebens zu begreifen und am liebsten würde ich die Zeit einfrieren, um diese Momente des Glücks und der Freude einzufangen. Vielleicht fördert sogar mein Dank die nächsten Bescherungen von Seiten Allahs und so schaukele ich mich immer weiter hoch.
Bis sich in mir irgendwann leise Zweifel einschleichen. “Nein, nein” sage ich.. “Das ist alles zu schön, um wahr zu sein..”
Genau ab dem Zeitpunkt beginnt meine Rückkehr zur harten Realität und das Spielchen fängt von vorne an..

Manchmal denke ich, ist es nur wichtig, zu glauben. An das zu glauben, was man ist und was man sein will.. Sich zu lösen von den äusseren Umständen, sich eine kurze Auszeit zu gönnen, aus den Turbulenzen des Alltags zu entrinnen, sich zu besinnen und in sich hinein zu hören.

Denn wo sonst sollten wir Allah suchen, als in uns selbst?

Von b`zi sista-e

 
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3 Comments

  1. Emine
    01:42 on Juni 24th, 2009

    Sehr schön geschrieben und gut vorgelesen!!!
    Weitere Beiträge werden erwartet. Danke Schwester!

  2. enisec
    12:05 on Juni 24th, 2009

    ich würde mich auch sehr freuen wieder etwas neues von dir zu hören… ;)

  3. admin
    12:40 on Juni 26th, 2009

    Sista, sehr schön weiter so.