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Gott und Mensch » Blog Archive » Meinungsvielfalt ist ein göttliches Gesetz

Gott und Mensch

(Ein Projekt von VDM e.V.)

Solange ich denken kann, so lange beschäftige ich mich schon mit Religionswissenschaften, und solange ich denken kann, begegne ich in den Texten der Formulierung „muttefekun aleyh“ (etwas, worüber Einigkeit herrscht), und genauso häufig oder sogar noch mehr dem Ausdruck „muhtelefun fih“ (etwas, worüber keine Einigkeit herrscht). Unsere Quellen überliefern neben den Meinungen, die von der Mehrzahl der Gelehrten geteilt wurden, auch solche Ansichten, die mehrheitlich nicht geteilt wurden. Wenn Sie wüssten, mit welchem Selbstvertrauen sie dies tun!

Weshalb aber überliefern uns die Quellen unter soviel Mühe und Anstrengung auch solche Ansichten, die sehr außergewöhnlich sind und von den wenigsten Gelehrten geteilt werden? Weshalb übermitteln sie uns Auffassungen, die sie nicht unterstützen und nicht einmal hinnehmen? Wenn schon die Ansicht nicht geteilt wird, so könnte man sie doch begraben und nie wieder erwähnen! Warum werden sie aber trotzdem viele Jahrhunderte lang im Wissensgepäck weiter getragen? Koste es, was es wolle, es wird weiter getragen! Unter uns gesagt: Es ist gut, dass sie es weiter tragen.

Manchmal sehen wir herab auf die Ansichten, die uns überliefert wurden  mit „er hat gesagt…“ oder „es wurde gesagt…“, nicht wahr? Nein, bei Gott! Auch dies ist ein Segen, und Gott sei Dank, dass „es so gesagt wurde!“ Welch ein Glück, dass sich unsere Gelehrten über ein Thema den Kopf zerbrachen, sich bemühten und sich anstrengten, um dann zu verschiedenen Ansichten zu gelangen! Die Ursachen können verschieden sein, wie z.B. unterschiedliche Belege zu einer Fragestellung, voneinander abweichende Lesearten zu ein und demselben Beleg, unterschiedliche Interpretationen eines sprachlichen Ausdrucks, Unterschiede im Verständnis, in den örtlichen Begebenheiten oder in der Methodik – schön ist dieser Umstand allemal.

Ich sehe dies immer als Reichtum an, der dem Verstand zukommt, der von der göttlichen Offenbarung geformt wird. Aber was für ein Reichtum!

Unser Urteil lautet: Jemand, der der islamischen Wissenschaftstradition angehört, kann niemals ein Verfechter einer einzigen Meinung sein und sich einer totalitären Ansicht anschließen! Solch eine Ansicht käme einer Loslösung von dieser Tradition gleich, und der Schöpfer dieser Tradition, die göttliche Offenbarung selbst, lehnt eine totalitäre Sicht ab.

Lesen Sie folgenden Vers darauf hin:

„Und hätte dein Herr es gewollt, so hätten alle, die insgesamt auf der Erde sind, geglaubt. Willst du also die Menschen dazu zwingen, Gläubige zu werden?“ (Sure 10/99)

Es gibt dutzende solcher Verse, und der Stil, den der Qur´an anwendet, um seinen Adressaten zu formen, ist ebenso gegen das Totalitäre gewandt.

Dies zeigt sich nicht nur darin, dass er Wahlmöglichkeiten auch außerhalb des „Glaubens“ erlaubt, wir sehen diese Vielfalt auch in den Erscheinungsformen der Wahrheit. Ein Beispiel: „Und diejenigen, die sich ganz einsetzen um Unsertwillen, ganz bestimmt leiten Wir sie recht auf Unsere Wege…“ (Sure 29/69)

Während die Offenbarung unsere Vorstellung vom Dasein formt, gibt sie uns offen oder versteckt in jedem ihrer Verse Hinweise darauf, dass die Schöpfung dem Gesetz der Polarität gehorcht.

Ich könnte es folgendermaßen ausdrücken: So, wie das Bekenntnis der Einheit Gottes eine Grundwahrheit in der Glaubenslehre darstellt, so stellt auch die Vielfalt in der Schöpfung eine Grundwahrheit dar. So, wie der Schöpfer „einzig“ ist, so sind die Geschöpfe „mannigfaltig“.

Es scheint eine geradezu unabdingbare Voraussetzung zu sein, die Vielfalt in der Schöpfung zu sehen, um die Einheit und Einzigartigkeit des Schöpfers zu erkennen. Falls Sie einen Qur´an zur Hand haben, lesen Sie die Sure Fatir. (Fatir bedeutet: „Der, der den Samen des Seins aufbricht, um daraus den Baum des Seins wachsen zu lassen.“) In der Sure wird ausgesprochen, dass es neben dem Glauben auch immer das Leugnen geben wird. Dies ist genauso natürlich und notwendig, wie Tag und Nacht, Land und Meer, Erde und Himmel existieren.

Dem Verstand, der sich schwer tut, diesen Gegensatz in der Schöpfung (oder hätte ich lieber sagen sollen: diese Herrlichkeit der Gegensätze?) zu begreifen, gibt die Offenbarung ein wunderbares Beispiel: Allah sendet das Wasser vom Himmel herab, und mit diesem Wasser aus einer einzigen Quelle bringt Er die Früchte und Pflanzen hervor, die sich in ihrer Farbe, ihrem Geruch, ihrem Geschmack und ihrer Form sehr voneinander unterscheiden. (Vergleiche Sure 35/27) Der unmittelbar nachfolgende Vers spricht es deutlich aus: „Nur die (um die Weisheit dieser Mannigfaltigkeit) Wissenden unter Seinen Dienern fürchten Allah…“ Der Qur´an ist durchzogen von derartigen Beispielen.

Wie kann man von einem Gläubigen, dessen Verstand auf diese Art und Weise geformt wurde, erwarten, eine „totalitäre“ Haltung einzunehmen? Ich stelle immer wieder fest, dass die totalitären „Exemplare“ immer diejenigen sind, die nicht von der göttlichen Offenbarung geformt wurden.

Der Verstand, der von der Offenbarung geformt wurde, denkt zwangsläufig „vielfältig“, denn er weiß, dass im Wasser der göttlichen Barmherzigkeit sowohl der heil bringende als auch der giftige Pilz wächst, und dass unter der Sonne der göttlichen Barmherzigkeit sowohl Schafe als auch Wölfe sich sonnen.

Sobald uns etwas nicht in den Kram passt, sind wir schnell beim Verfluchen. Ist es nicht eine besondere Sensibilität, dass der falsche Prophet Ibn Habib von den Gefährten des Propheten Muhammad (s) nicht „Glaubensverweigerer“, „Polytheist“ oder „Abtrünniger“ genannt wurde, sondern „Müseylime“? Nicht Muslim, sondern ein „Muslimchen“? Welch eine Feinheit im Verständnis!

Die islamische Rechtslehre, Produkt einer Tradition, die verschiedenartige Sichtweisen zulässt, ist nicht „zweiwertig“, sondern „mehrwertig“. Sie ist sogar noch mehr! Sehen Sie sich nur einmal diese Werteskala an: 1) Fard: a) Fard-i ayn, b) Fard-i kifaye; 2) Vacip; 3) Sunnah: a) Sunnet-i muekkede, b) Sunnet-i gayri muekkede; 4) Mustehab; 5) Mubah; 6) Mufsid; 7) Mekruh: a) Tenzihen Mekruh, b) Tahrimen Mekruh; 8) Haram: a) Haram li-aynihi, b) Haram li-gayrihi.

Auch die islamischen Quellen weisen dieses Merkmal auf. Als erstes natürlich die Hauptquelle, der Qur´an, aus dem alles andere abgeleitet wird und seiner Zustimmung bedarf: Sunnah, Idjma, Kiyas, Maslahat, Istihsan, Istislah, Mesalih-i Mürsele, Orf-i Mar´uf, die Rechtslehre der Früheren, Sedd-i Zari-a usw.

Sprachen Sie von Toleranz?

Die Toleranz sollte zuerst die Grundlage des Menschen bilden, denn aus einer totalitären Grundlage heraus kann keine Toleranz entstehen. So, wie die Muslime die Einheit der Glaubenslehre behüten und auf sie Acht geben, genauso sollten sie auch die Vielfalt der Schöpfung behüten.

Als bei der Eroberung Konstantinopels Schreie von Zivilisten zu hören waren, die durch die Kanonenkugeln getroffen wurden: Welcher Gelehrter war es wohl, der herzzerreißend aufschrie: „Ach, meine kleinen Glaubenverweigerer! Ach, meine kleinen Glaubensverweigerer!“?

Mustafa Islamoglu
Übersetzung durch VDM e.V.

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